Die Pfeiler einer Freundschaft

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Letzte Woche hatte ich einen der schlimmsten Streits, die ich jemals mit einem Freund gehabt habe. Ich bekam aus dem Nichts Dinge an den Kopf geworfen, die mich nicht nur an der Person, sondern auch an der Freundschaft selbst zweifeln ließen. Sollte ich mich so getäuscht haben und die Freundschaft war all die Zeit (immerhin 10 Jahre) eher einseitig? Kann eine Person eine charakterliche 180-Grad-Wendung innerhalb weniger Wochen machen? Und falls ja, was ist der Auslöser gewesen? Sollte eine Freundschaft nicht aber bedingungslos sein und man stets für einander da sein? Was sind (heutzutage) eigentlich noch die Pfeiler einer wahren Freundschaft?

Im Kindergarten war das ja irgendwie noch leicht, ne? Hat dir wer die Schippe über den Kopf gehauen, war klar: Den / die mag ich nicht. Mit wem man allerdings gut Kekse tauschen, Barbie spielen und Sandburgen bauen konnte, der war der persönliche Held und man lag gleich auf einer Wellenlänge. Es brauchte wirklich wenig, um eine Freundschaft zu entwickeln. Klar war aber: den mag, bei dem bleib ich. Natürlich gab es aber bereits hier diejenigen, die einen gern ausnutzen wollten nach dem Motto „Ich bin nur dein Freund, wenn…“. Aber in dem Alter ist das ja eher Pipifax und nicht ernst zu nehmen.

Mit der Teeniezeit wurde es irgendwie schon schwieriger, Freundschaften zu schließen. Oberflächlichkeiten säumten den Weg. Aber die Freunde, die man hatte, auf die konnte man bauen und mit ihnen Pferde stehlen. Man hatte meist eine beste Freundin, mit der man alles teilte, und dann war da noch die Clique drum herum. Man erlebte die größten Abenteuer zusammen, baute Mist, lachte und weinte gemeinsam. Hatte Liebeskummer, schwärmte für die gleichen Typen, kicherte wenn man ’nen süßen Kerl sah, konnte sich über die strengen Eltern ausheulen. Man wurde eben langsam gemeinsam „erwachsen“. Das Blatt konnte sich bei manchem aber auch schnell wenden und der, der am einen Tag noch dein Freund war, mochte dich am nächsten aus irgendeinem Grund nicht mehr. Und dann wurden Gerüchte und / oder Kleinkriege gestartet. Aus heutiger Sicht absolut lächerlicher Quatsch, damals aber ein richtiges Drama.

Ist man dann wirklich erwachsen (also eher im Sinne von alt), hat man all das Drama meist hinter sich gelassen, hat langjährige Freundschaften an der Hand und schließt nicht mehr so oft neue, die tiefgründig sind. Man weiß einfach, was man an einander hat, kennt sich in- und auswendig und vertraut einander. Schnelle Freundschafts- und Gesinnungswechsel gibt es dann eigentlich nicht mehr. Man nimmt sich halt so wie man ist, mit allen Macken und Spleens. Man hört zu und wird gehört. Man unterstützt sich und stärkt sich gegenseitig den Rücken. Egal wie groß oder klein das Problem ist, man ist für einander halt einfach da. Und man ist offen miteinander, schüttet sich gegenseitig das Herz aus, darf auch mal knallhart ehrlich und nicht immer einer Meinung sein. Auch wenn man sich mal zofft, wird man dabei trotzdem nicht unfair oder beleidigt sich gar. Gerade diese Bedingungslosigkeit und das Füreinander-dasein sind Pfeiler, auf denen eine wahre Freundschaft generell doch beruhen sollte.

Oder nicht?!

Nach dem Streit letzte Woche kam ich mir jedenfalls vor, als hätte ich im Freundschaftsunterricht nicht richtig aufgepasst. Habe ich ein falsches Verständnis von Freundschaft? Und ich meine jetzt keine oberflächlichen Bekanntschaften, sondern die oben beschriebenen, wahren Freundschaften.
Auslöser für den Zoff war übrigens, dass ich mich darüber beschwert habe, seit Wochen kaum Reaktion auf Nachrichten von mir zu erhalten bis auf kurze Kommentare à la „Oh“, „Doof“ oder „Super“. Und gerade wenn ich mich mal in einem Dilemma befand oder eine Schulter zum Ausheulen brauchte, kam rein gar nichts zurück.

Für besagte Person war ich da, als sie wirklich am Boden war und das Leben in Trümmern vor ihr lag – und das nicht nur einmal. Immer, wenn ein Ohr und Herz zum Zuhören nötig war, war ich zur Stelle und verbrachte unzählige Stunden mit Zuhören (selbst wenn es immer und immer wieder das gleiche war) und Problemlösungsversuchen, auch wenn ich selbst gerade nicht wirklich die Zeit dazu hatte. Weil man das eben unter Freunden so macht. Dachte ich. Als ich von diesem Freund nun den gleichen „Gefallen“ erwartete, da es mir nicht gut ging, eskalierte es in einem Streit und ich bekam dann zu hören, dass meine Probleme ja absolut keine Priorität für ihn hätten. Bräuchte ich emotionalen Rat und Stütze, müsse ich mir schon jemand anderen suchen. Und dass ich damals für ihn da gewesen wäre, wäre ja meine eigene Schuld – er würde es nicht für mich machen. BÄM – das saß.
Aber damit nicht genug – als ich es wagte, mich darüber zu beschweren, dass eine Freundschaft so einseitig nicht funktioniert, fühlte sich die Person plötzlich scheinbar in ihren Grundfesten attackiert und es folgten unzählige Beleidigungen. Beispielsweise durfte ich mir anhören, dass in meinem Leben momentan ja sowieso nur Nichtigkeiten passieren würden (Äh, hallo – wir bekommen ein Baby?!), während bei ihm „lebensverändernde Ereignisse“ passieren würden („Ich habe gerade eine neue Freundin, mit der ich viel unternehme, und lerne so viel für die Uni“). Er warf mir außerdem vor, dass ich gar nicht nachfragen würde, was bei ihm gerade alles passiert, während er mir gleichzeitig sagte, dass ihn genau solche Stories aus meinem Leben nicht interessieren würden. Doppelmoral par excellence.

Nach dem Streit regte ich mich nicht nur total auf, sondern fühlte mich gelinde gesagt auch mächtig verarscht und ausgenutzt. Wenn eine Freundschaft nicht Füreinander-dasein bedeutet, was ist es dann und wofür ist es da? Kann man sowas überhaupt als Freundschaft bezeichnen oder ist es nicht eigentlich bloß Nutznießertum? Immerhin verläuft das Ganze ja irgendwie einseitig und nur eine Seite profitiert aus der Beziehung.

Mit einer Woche Abstand von der Situation sehe ich die Sache etwas klarer und ich habe das Gefühl, in dem Gespräch hat besagter Freund sein wahres Inneres gezeigt. Er hat offen gezeigt, was er wirklich von Freunden braucht: volle Aufmerksamkeit und Rückhalt, während er selbst nicht bereit ist, dasselbe zurückzugeben – vor allem nicht, wenn es sein Privatleben gerade stört. Von meiner Seite aus wird es definitiv keinen neuen Anlaufversuch geben, die Freundschaft zu kitten, und auf eine Entschuldigung kann ich verzichten (und könnte vermutlich sowieso ewig drauf warten, denn Schuldeingeständnisse waren noch nie seine Stärke).

Habt ihr auch schon mal ähnliche Erfahrungen mit „Freunden“ gemacht? Worauf sollte eurer Meinung nach eine Freundschaft basieren?

36 Kommentare

  1. Hallo Nani,
    ich habe eine ganz eigene und nicht so populäre Meinung zum Thema Freundschaft. Kurz gesagt: Ich brauche keine Freundschaften – meist sind sie mir sogar lästig. Freunde habe ich genau 2. Nummer 1 ist ein Mädel, das ich schon ewig kenne, wir haben vor vielen Jahren gemeinsam was aufgebaut, haben uns gemeinsam ein Tattoo stechen lassen, haben uns so zerstritten, dass ich sie zu meiner Hochzeit ausgeladen habe, obwohl sie Trauzeugin sein sollte und doch später wieder vetragen. Wir sind befreundet, weil wir eine ähnliche Haltung zum Thema Freundschaft haben. Ich hasse es, mich immer melden „zu müssen“, weil man das „in einer Freundschaft nunmal so tut“. Wir haben manchmal sogar einige Monate keinen Kontakt und es ist kein Problem. Nummer 2 ist männlich, wir kennen uns ebenfalls seit Jahren, er ist der Einzige der vermeintlichen Freunde, der auf meiner Hochzeit war und noch mein Freund ist. Bis vor kurzem wohnten wir noch in derselben Stadt, jetzt nicht mehr. Wir verstehen uns einfach, auch wenn wir uns lange nicht sehen.
    Es gab in der Vergangenheit Freundschaften, wo man dachte, man könne sich alles erzählen und dann schmeißt sich die vermeintliche Freundin an den eigenen Ehemann ran – nein danke, solche Menschen brauche ich in meinem Leben nicht.
    Ich habe meinen Mann, ich habe meine Tochter – mir reicht das. Sie sind mein Lebensmittelpunkt, die Menschen, die mir was bedeuten. Freundschaften brauche ich nicht, letzten Endes bürdet man sich mit Freundschaften doch nur noch mehr Probleme auf. Wenn ich Hilfe brauche, rede ich mit meinem Mann, das reicht mir.

    • Stimmt, die Meinung ist sicher nicht populär, aber das muss sie auch nicht sein. Wichtig ist, dass du mit der Einstellung gut fährst und glücklich bist. Die Erfahrungen, die wir im Leben machen, prägen uns und unsere Ansichten. Das macht uns aus und formt, wie wir später auf andere reagieren.
      Ich habe auch ein paar Freunde, mit denen ist der Kontakt spärlich, aber dann immer sehr herzlich, als hätte man sich erst gestern das letzte Mal gesehen. Wir fahren gut damit und es gibt kein „Drängen“, sich öfters zu melden. Wir wissen aber, was wir aneinander haben. Dann gibt es für mich noch die beste Freundin, mit der ich fast täglich Kontakt habe. Wir tauschen uns über alles aus – mal kürzer, mal länger, ob nun am Tele oder kurz via Handy. Das ist super, so wie es ist, und auch ein prima Outlet, wenn man schnell eine Meinung braucht oder sich mal auskotzen will – auch über völlig banale Dinge.
      Mit dem o.g. besten männlichen Freund war es früher auch so, dass wir quasi täglich Kontakt hatten, immer mal unterbrochen von Phasen im Leben (Prüfungen, etc.), was völlig okay war. Was aber nun passiert ist, verstehe ich auch nicht, aber so etwas brauche ich im Leben einfach nicht. Ich muss niemanden in meinem Leben haben, der sich für dieses und für mich nicht interessiert und mich nur ausnutzen möchte. Von daher ist es wohl richtig, dass die Freundschaft zu einem Ende gekommen ist.

  2. Ich habe keine Freunde mehr.
    Je älter ich werde, desto schwieriger wird es für mich das ganze Konstrukt zu verstehen.
    Vor allem wie das überhaupt geht, Freundschaft. Früher hat man gefragt ob man mitspielen darf aber heute..
    Es ist so schwer, unmöglich Menschen zu finden, die mich verstehen, die mich nicht beleidigen, die nicht sagen :
    Das ist ja eh alles deine Schuld wenn dich niemand magst. Und wenn du nervst.
    Aber ich kann das nicht. Ständig Alkohol trinken, Tinder und über das Studium reden.Ich habe nie studiert.
    Je älter man wird, desto schwieriger wird alles.Und ich werde immer müder.

    Liebe Grüße.
    Ann

    • Ich gebe dir in dem Punkt vollkommen Recht, dass es immer schwieriger wird, echte Freundschaften (nicht bloß Bekanntschaften) zu schließen. Ich weiß nicht, ob es am Alter liegt oder an unserer Generation. Oder haben wir heutzutage einfach zu viele Ansprüche und hinterfragen / durchdenken alles zu sehr, anstatt es hinzunehmen? Aber es ist definitiv schade und schmerzhaft.
      Ich kenne das Problem, dass man nur schwer Menschen findet, mit denen man sich richtig versteht und bei denen man so sein darf, wie man ist. Viele Leute (vor allem Frauen) verstehen z.B. meinen Humor nicht. Ich bin da eher locker eingestellt und stoße dann auf seltsame Blicke, wenn ich mich nicht so „tussihaft“ benehme. Mit Männern komme ich da sehr viel besser klar.
      Ich finde, Menschen sollten heute viel mehr Zeit darin investieren, andere genau kennen zu lernen und sich nicht schon nach dem ersten Blick abzuwenden. Was wären wir denn sonst ohne ein Miteinander? Es geht auf Dauer nicht gut, wenn jeder nur für sich allein durchs Leben geht und die Ellenbogen ausfährt.
      Ich drücke dir (und auch mir) die Daumen, dass du wieder mehr auf „echte“ Leute triffst, die Interesse an dir zeigen und dich nehmen, wie du bist.

  3. Das Thema Freundschaft ist ein heisses Eisen. Wir waren nach dem Abi eine Mädelstruppe von 5 Mädels – und durch Intrigen eines Mädels ist mir von dieser Gruppe nur noch eine Freundin geblieben. Aber ich habe meinen Herzmann und dessen Freunde – und darüber bin ich sehr froh – und ganz ehrlich, jemand der glaubt durch Intrigen und Lügen etwas erreichen zu können und sich meint dadurch eine Vorteil verschaffen zu könne – auf den kan nich dann eh verzichten.

    • Das ist auch eine krasse Geschichte! Schade, dass das eine Mädel es geschafft hat, eure gesamte Truppe zu sprengen. 🙁 Aber ja, auf solche Leute kann man verzichten und einfach nur für die Zukunft draus lernen.

  4. Jemand, auf den man sich nicht verlassen kann, ist für mich ein Bekannter und kein Freund. Meistens merke ich das bei neuen Menschen in meinem Leben sehr schnell, ob wir uns verstehen und ob wir einander loyal sind oder eben nicht.
    Über die Jahre können aus Freunden aber auch wieder Bekannte werden, wenn man einander fremd wird.

    Schätze, das ist bei euch auch passiert, denn ansonsten wärst du früher nicht so für ihn da gewesen. Das wäre auch ihm unangenehm gewesen, sich von einer flüchtigen Bekannten so gehen zu lassen.
    Deine Entscheidung, unter den heutigen Umständen einen Schlussstrich zu ziehen und offiziell die Freundschaft zu beenden, kann ich gut nachvollziehen und halte es für das Richtige, denn du brauchst einen Freund, den er dir nicht sein wird.
    Vielleicht tun sich in dem neuen Abschnitt, auf den du hinzusteuerst, aber auch wieder neue Freundschaften auf, sei es bei der Schwangerschaftsgymnastik oder beim Babyschwimmen 🙂

    • Danke für deine Worte! :*
      Ja, ich denke (und hoffe!) auch, dass sich da in Zukunft einiges ergeben wird, wenn das Baby da ist und man auf „Gleichgesinnte“ trifft, die im gleichen Lebensabschnitt sind. Und hoffentlich werden aus solchen Bekanntschaften dann auch Freundschaften. Wir werden sehen. Eine Tür schließt sich, eine andere öffnet sich dafür. Ich sehe da ganz positiv in die Zukunft. 🙂

  5. Huhu,
    so ein Freundschaft, wie du beschreibst, habe ich auch. In letzter Zeit bekomme ich von ihm auch nur Steno-Sätze zurück, wenn ich mich bei ihm melde. Aber es ist vollkommen in Ordnung, denn ich weiß, dass er ein eigenes Leben lebt und das ist auch gut so. Er ist mir keine Rechenschaft schuldig und ich ihm auch nicht.
    Hast du deinem Freund gesagt, dass du eine Schulter zum Ausheulen brauchst? Hat er es vielleicht nicht richtig mitbekommen? Manchmal sind da die Männer etwas schwer von Begriff.

    Auch wenn ich mit meinem Freund teilweise Monate nicht spreche oder schreibe, weiß ich, dass die Freundschaft nach wie vor da ist.

    Ich bin aber auch selbst nicht so der Mensch, der immer Leute um sich rum haben muss. Der täglich Kontakt zu seinen Freunden braucht….

    Lass dich nicht ärgern. Ich denke, wenn es eine echte Freundschaft ist, dann wird die diesen Streit überstehen. 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Steffi

    • Ja, das habe ich ihm gesagt und beim zweiten Mal eskalierte es in diesem Streit. Schwer von Begriff war er also nicht, sondern es war eher der Fall, dass es ihn nicht interessierte, da ihm sein eigenes Leben in dem Moment wichtiger war. Das ist ja schön und gut, aber so funktioniert eine Freundschaft nun mal nicht, bzw. hätte er auch sagen können, dass er aktuell keine Zeit hat, es ihm leid tut und er sich später meldet. Auch das ist nicht passiert. Stattdessen durfte ich via Facebook sehen, was er gerade Tolles mit anderen Freunden unternimmt, während er mich mit diesen Kurzantworten abgefertigt hat. Du siehst, es war also ein absichtliches Im-Stich-Lassen.

      Überstanden hat die Freundschaft den Streit übrigens nicht. 😉 Nachdem er meinen Blogpost gelesen hatte (wie auch immer er darauf aufmerksam wurde), hat er mir die Freundschaft gekündigt. Ein Durchdenken meiner Situation und ein Reflektieren seines Verhaltens hat er also nicht einmal in Erwägung gezogen. Aber das ist leider typisch für ihn, denn es sind in seinen Augen immer die anderen Schuld. Das war schon in der Vergangenheit so und an der Ansicht ändert sich wohl auch nichts mehr.

  6. Solche und ähnliche Erfahrungen habe ich in der Vergangenheit zahlreich gemacht, mit Frauen und Männern. Ich weiß mittlerweile nicht mehr so genau, was Freundschaft ist, was ich erwarten darf und was ich geben soll, um nicht doch enttäuscht zu werden. Meinen besten Freund kenne ich erst seit drei Jahren und auch da gab es zahlreiche auf und abs, aber er war immer für mich da, so wie ich immer versuche für ihn da zu sein und wenn ich den Eindruck habe, es läuft nicht, dann spreche ich es direkt an und dann haben wir es bisher immer regeln können. Nun ist er aber in ein anderes Land gezogen und ich habe schon Angst, dass sich jetzt alles im Sand verläuft. Und dann werde ich nichts dagegen machen können, denn wie du sagst, Freundschaft muss von beiden Seiten kommen, beide müssen bereit sein sie aufrecht zu erhalten. Tja und ansonsten… ich habe ein paar gute Freunde im Moment. Ob ich sie in zwei oder drei Jahren noch haben werde, ich kann es nur hoffen, aber darauf vertrauen tue ich nicht mehr. Wir sind nicht nur eine Generation „beziehungsunfähig“, wir sind auch eine Generation „freundschaftsunfähig“. Schade.

    • Ich glaube, es wird mit den jüngeren Generationen (vor allem denen, die in diesem digitalen Zeitalter aufwachsen) noch krasser, was das Binden an andere Menschen angeht. Irgendwie wird stark vorgelebt, dass Menschen austauschbar sind und man seinen Nutzen aus anderen ziehen kann / soll. Das merke ich auch sehr oft, wenn ich auf neue Menschen treffe und hält mich stark davon ab, mich anderen zu öffnen oder Vertrauen aufzubauen. Wirklich unendlich schade! Daher muss man wirklich an Menschen festhalten, mit denen man gut zurecht kommt und denen man vertrauen kann, und diese Freundschaften pflegen.

  7. Hallo liebe Nani,

    es tut mir sehr Leid, dass du so eine blöde Erfahrung machen musst – vor allem während der Schwangerschaft, wo ja die Gefühle eh irgendwie Karussell fahren.
    Ich kenne das mit der Doppelmoral leider zu gut: An einen selbst werden unfaire Anforderungen gestellt, aber wenn es um die Person selbst geht, gelten plötzlich andere Gesetze.
    Ich habe in den letzten Jahren einige langjährige Freundschaften aufgegeben bzw. auf ein geringes Maß heruntergeschraubt, d.h. ich habe nur noch sporadisch Kontakt mit den Personen. Dafür habe ich aber auch tolle neue Freundschaften geschlossen! Zwar vielleicht nicht so innige wie zu Jugendzeiten, aber ich genieße auch die Zeit für mich und meine Familie zu haben. Ich finde es nicht schlimm keine zig guten Freundinnen zu haben. Einige wenige reichen mir, ich habe viele nette Bekannte und es ist ok so 🙂
    Ich erwarte von meinen Freundschaften nicht mehr so viel wie früher und fahre damit ganz gut.

    LG Sarah

    • Eine Handvoll enger Freunde reicht mir auch, ich brauche nicht ewig viele Leute um mich herum (das wäre mir auch viel zu stressig 😀 ). Aber die, die ich in mein Leben lasse, denen möchte ich auch vertrauen können. Eine Freundschaft ist ja ein Geben und Nehmen und sollte immer auf Augenhöhe sein. Das war ja hier leider irgendwann nicht mehr der Fall und verlief eher einseitig. Ich finde, es fällt mit dem Alter aber auch sehr viel leichter, die Spreu vom Weizen zu trennen und schlechte Menschen aus seinem Leben zu verabschieden. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Teeniezeiten, wo man viel zu lange an negativen Leuten gehangen ist (zumindest war das bei mir öfters so).

  8. Wow, dazu fällt mir gar nichts mehr ein, außer: Das ist kein Freund!

    Ich sehe Freundschaft genauso wie du: Blindes Vertrauen, sich aufeinander verlassen können und ja, auch manchmal streiten oder nicht der selben Meinung sein, aber nie fies und respektlos werden, sondern sich auch mal die Meinung sagen können, aber ohne sich auszunutzen.

    Meine besten Freundinnen kenne ich schon so lange. Mit zweien bin ich seit fast 22 Jahren eng befreundet, mit einer dritten 18 Jahre. Wir haben nicht ständig Kontakt, manchmal wochenlang gar nicht. Aber wenn dann doch wieder, dann ist es so, als wären diese „Kontaktpausen“ nie gewesen. Wir wissen, dass wir jeweils die andere zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen können, wenn etwas ist.

    Auch andere Freunde, die ich noch nicht so lange kenne… das ist immer ein respektvolles und harmonisches Miteinander. Ich würde nie auf die Idee kommen, jemanden ausnutzen zu wollen und bisher hat das zum Glück auch noch niemand bei mir versucht.

    Ich finde das schön und bin froh, solche Freundinnen zu haben!

    Na klar habe ich auch meinen Mann und meine Kinder. Aber ich finde, das reicht nicht an sozialen Kontakten. Ich will doch auch mal mit anderen Menschen vertrauensvolle Gespräche führen und über andere Themen sprechen können.

    • Ganz genau so wie du sehe ich es auch und verstehe Freundschaft ebenso. Ich brauche keine tausend Leute zum Austausch von privaten Dingen, aber nur mein Mann wäre auch zu wenig und es wäre mir auch zu viel Last, die ich ihm damit aufbürge. Für manche Dinge braucht es eben auch eine weibliche Seite zur Diskussion. Eine Handvoll guter Freunde reicht vollkommen, aber da muss das Verhältnis halt auch einfach stimmen. Das war in diesem Fall (leider) irgendwann nicht mehr so. Aber die Notbremse habe ich – wenn auch spät – ja gezogen.

  9. Oh man das klingt wirklich nicht schön 🙁
    Ich habe auch eine bittere Enttäuschung was Freundschaft angeht hinter mir. Als ich damals mein Fachabi gemacht habe, habe ich meinen besten Freund kennen gelernt. Also jetzt auch keine Freundschaft aus Kindertagen aber wir haben uns gleich super verstanden und selbst als er seine (mittlerweile auch wieder Ex-)Frau kennen gelernt hat, haben wir dann zu dritt Zeit verbracht und alles war super. Nachdem sich seine Frau dann von ihm getrennt war, ging es ihm natürlich gar nicht gut und ich war für ihn da. Ich habe sogar meine Flugangst überwunden, weil er unbedingt Abstand braucht 😀 Und auch als er in ein anderes Bundesland gezogen ist um da dann zu studieren, war ich anfangs oft da und habe ihn so gut es geht bei dem Neuanfang unterstützt.
    Leider musste ich dann irgendwann erkennen, dass ihm seine ganzen neuen Freunde viel wichtiger waren als ich, egal wie sehr ich mich noch bemüht habe, ich bekam irgendwann noch nicht mal mehr eine Antwort.
    Ich weiß, eine Freundschaft auf zu wiegen, ich habe mehr für die Freundschaft getan als du, sollte man nicht, aber dass ich so einfach ohne ein Wort „abserviert“ wurde, tat schon weh. Aber Mittlerweile habe ich auch damit abgeschlossen. Ich habe zum Glück noch richtig tolle Freunde, die alles stehen und liegen lassen, wenn es mir mal nicht gut geht und für die ich auch alles machen würde 🙂

    • Das ist auch eine harte Story, oh je! 🙁 Klingt auch sehr danach, als wenn es sehr einseitig verlaufen ist und ich finde es schade, ätzend, unterste Schublade, wenn Menschen eine so liebe Person (in diesem Fall dich) einfach so abservieren, bzw. auf einmal nicht mehr brauchen und wegwerfen wie ein altes Paar Schuhe. Ist mir wirklich unverständlich und bei solchen Leuten hoffe ich dann stark auf eine Abrechnung durch Karma.
      Aber gut, dass du damit abschließen konntest und nun die richtigen Menschen deinem Leben hast, die bedingungslos immer hinter dir stehen. 🙂

  10. Ich denke Du warst für ihn die immer starke Zuhörerin, die immer ein Ohr hat für die kleinen oder größeren Problemchen oder Begebenheiten des Lebens hatte. Er hat es nicht verstanden, dass Du diese Rolle nicht immer bedienst .Vielleicht ist auch ein bisschen Neid dabei, weil Du meist alles (alleine) hinbekommst…
    Ich hoffe, dass Du es bald verarbeitet hast. Manchmal ist es besser sich auch von guten Freunden zu trennen, wenn die Beziehung einseitig ist und kein Verständnis für einander da ist.
    LG Blunia

    • Ich glaube, bei ihm ist eher das Problem, dass er sich selbst für unglaublich wichtig hält und die Menschen drum herum in seinem Leben braucht, um gewisse Bedürfnisse zu befriedigen – allen voran sein Selbstbewusstsein zu pushen. Das gleiche zurückzugeben bedeutet aber auch unangenehme Situationen, Zeitaufwand und emotionale Investition, und das ist er nicht bereit zu geben. Das war schon oft der Fall, wurde mit den Jahren aber immer besser. Aber immer in „Extremsituationen“ (Beziehungsstress, Unistress, etc.) verfiel er dann in alte Muster und hat andere behandelt wie Fußabtreter. Ich habe einen schönen Spruch zu dem Thema gelesen, der wie die Faust aufs Auge passt und mir geholfen hat: „Nicht jeder ist auserwählt in deinem Leben zu bleiben. Manche sind nur so lange da, bis du eine bestimmte Lektion verstanden hast.“.

  11. Caroline

    Ich kann dich gut verstehen. Ich hätte genauso reagiert wie du.
    Für mich sind Freundschaften sehr wichtig, besonders zum Austausch. Es ist in meinem Leben immer schon so gewesen, dass ich eher Lebensabschnittsfreundinnen hatte. Je nachdem wie sich das Leben änderte, hat man sich voneinander entfernt und neue Leute kennengelernt die eher dazu passten. So ist es auch momentan. Ich habe 2 Freundinnen, die in genau der gleichen Lebenssituation sind wie ich (Ehe und Kinder, Jobeinstieg) und da kann man sich super austauschen und die Freundschaften werden schnell eng und vertraut. Alle anderen Freundschaften gingen auseinander weil ich Kinder bekam und die anderen nicht etc. Man hat dann nicht mehr so viel zu reden. Das sind jetzt halt Bekannte. Finde ich aber auch nicht schlimm. Eine richtig beste super enge Freundin mit der man durch dick und dünn geht, hatte ich nie. Dafür habe ich meinen Bruder und die Geschwister meines Mannes, denn da empfinde ich echte Liebe und kann auch anders Vertrauen aufbauen. Lg

    • Lebensabschnittsfreunde hatte ich auch schon einige, das war für mich auch okay. Der engste Freundeskreis, mit dem ich mich dann viel austausche, ist sehr klein und genau richtig für mich. Genau da brauche ich dann keinen Menschen wie diesen hier, der sich selbst zu wichtig nimmt und nichts geben, dafür aber immer nehmen möchte. Geschwister / Verwandte sind für mich nochmal ein anderes Level irgendwie. Da herrscht zwar Vertrauen und Bedingungslosigkeit, aber man redet eben nicht so miteinander, wie mit der / dem besten Freund(in).

  12. Krasse Geschichte … Aber ich gebe dir vollkommen Recht und finde es richtig, dass du die Sache abhakst. Die Hilfe anderer als deren eigene Schuld und Situationen/Herausforderungen/Probleme anderer als Nichtigkeiten zu bezeichnen und sich selbst für äußerst wichtig zu halten … Entschuldigung, aber das finde ich krank: Null Mitgefühl und aber man selber ist der Mittelpunkt der Welt.
    So jemand tut dir nicht gut und schon gar nicht, wenn dein Leben im Umbruch ist. Ich rate dir für deine eigene körperliche und seelische Gesundheit, den Kontakt abzubrechen. Du musst dir noch nicht mal die Mühe machen und ein klärendes Gespräch zur Beendigung der Freundschaft führen. Lass es einfach, er versteht es nicht.
    Ich will dir nichts vorschreiben, aber bei dem Typen läuten bei mir alle Alarmglocken! Du hast wirklich nichts falsch gemacht, es liegt nicht an dir. Der tickt nicht richtig, da kannst du dich auf den Kopf stellen und mit den Füßen wacklen, es wird keine echte Freundschaft zu diesem Menschen geben.
    Bitte pass auf dich und deine Familie auf und lass dich nicht kaputt machen! *knuddl*

    • Deine Worte kamen zu so einem dermaßen passenden Zeitpunkt (hab ich dir ja auf Twitter schon geschrieben) – genau als er mir nach dem Beitrag die Freundschaft gekündigt hat. Du hast sowas von Recht und ich konzentriere mich nun auf die wichtigen Menschen und Dinge in meinem Leben. 🙂 Danke!!! <3

  13. Das ist auch sehr heftig was du vor kurzem erlebt hast. Das stimmt mich traurig und bin entsetzt darüber, das jemanden so extrem zu dir war. Ich würde nie auf die Idee kommen, meine Freundinnen zu beleidigen. Ein paar von meinen Erlebnissen habe ich dir in einem anderen Post von dir ja schon erzählt. Mit denen war ich auch über Jahrzehnte befreundet. Das war aber nicht alles, es gab noch viel mehr absurde und schreckliche Dinge. Z.B. hat meine damalige beste Freundin einfach mal behauptet, ich würde mit vielen Männern rumvögeln und mich einfach so angefeindet. Bedenke, das ich zu dem Zeitpunkt 13 war und daher gar keine Interesse an Sex hatte. Bei meinen jetztigen Freundschaften, die nun schon fast 2 Jahrzehnte hält, habe ich nicht immer Kontakt. Schreiben und mal alle paar Wochen und sehen uns nur alle paar Monaten, wegen Arbeit und Entfernung. Aber das Gefühl ist immer so, als hätten wir uns keinen Tag verpasst und das freut mich immer. Ich hoffe sehr das es dir nun besser geht. Du bist eine super Freundin und wirst ebenso eine Super-Mom! An dich solltest du nie zweifeln.

    • Oh man, das mit deiner Freundin ist aber auch heftig. Solche Sprüche sind das Letzte!!!
      Ich habe auch noch alte Freunde (aus Schulzeiten), bei denen die Freundschaft auch schon Jahrzehnte andauert und man immer Spaß hat und es bei jedem Treffen so ist, als wäre man nie getrennt gewesen. Das sind die wichtigsten Freundschaften finde ich, und für die bin ich sehr dankbar! 🙂
      Ganz ganz lieben Dank für deine aufbauenden, lieben Worte! <3 Du bist klasse!

  14. Hallo liebe Nani,

    ich denke, dass du in der jetzigen Phase deines Lebens ganz besonders verletzlich bist. Ganz oft streiten wir uns über völlig belanglose Dinge und die Welt sieht einige Tage später schon wieder ganz anders aus. Das, was du erlebt hast, ist allerdings eine ganz andere Nummer. Gerade jetzt sollte ein Freund besonders rücksichtsvoll und empathisch sein. Freundschaft beruht auf „Geben“ und „Nehmen“. Wer diese einfache Rechnung nicht versteht und auf Anfrage noch auf diese Art und Weise austeilt, gehört aus dem Leben gestrichen. Solche Krafträuber braucht kein Mensch. Hör auf dein Bauchgefühl…es trügt nur sehr selten! Sei nicht traurig! Mich wundert nur, dass ihr so lange befreundet ward.

    Liebe Grüße

    Steffi

    • Liebe Steffi
      Da stimme ich dir absolut zu. Ja, es ist so, dass man (und ich bin da nicht ausgeschlossen) empfindlicher reagiert, wenn man schwanger ist. Da ist es manchmal schwer, einen klaren und kühlen Kopf zu bewahren. Die Sache hier ging allerdings über Wochen und wurde nur schlimmer. Wie du ja sagst, es ist eigentlich ein Geben und Nehmen in der Freundschaft. Das war hier irgendwann nur noch einseitig und vor allem von heute auf morgen. Dass man weniger Zeit für seine Freunde hat, wenn man gerade eine neue Liebe findet, ist logisch und verständlich. Aber dennoch sollte man sich nicht ganz von ihnen abwenden und sie vor allem nicht so behandeln. Dazu kommt vor allem, dass er für alle anderen Freunde definitiv Zeit hatte (z.B. Spieleabende), aber bei mir reichte es nicht einmal für eine Antwort auf eine SMS. Nun ja, die Sache ist nun definitiv vorbei. Aber auch jetzt spielt er sich noch als das verletzte Opfer auf… Ein wahrer Krafträuber, das hast du sehr schön beschrieben. Und so etwas brauche ich ganz besonders jetzt nicht in meinem Leben. Warum wir so lange befreundet waren? Die Freundschaft war nicht immer so, wie jetzt gegen Ende. Aber leider doch sehr oft. Es gab schon des Öfteren mal Pausen, die stets von mir ausgingen, da ich irgendwann mit seinem Verhalten und „Lebensstil“ nicht mehr klar kam. Das wandelte sich aber immer wieder und nach einer Aussprache lief es wieder prima. Ich dachte, er hätte die dunkle Phase in seinem Leben nun hinter sich gelassen, aber da habe ich mich wohl getäuscht. Er hat sie scheinbar nur sehr gut kaschiert. Ich habe da heute einen schönen und passenden Spruch gelesen: „Nicht jeder ist auserwählt in deinem Leben zu bleiben. Manche sind nur so lange da, bis du eine bestimmte Lektion verstanden hast.“. Ich habe meine Lektion gelernt.

  15. Liebe Nani,
    ich lese und schätze deinen Blog schon sehr lange, aber ich bin eigentlich ein Mensch der fast nie kommentiert. Bei deiner Geschichte hat es mich regelrecht erschüttert, fast genau das Gleiche ist mir vor einer Woche passiert. Ebenfalls ein „Freund”, für den ich immer da war, der von uns ( meinem Mann und mir) oft mit seiner Freundin zu Unternehmungen eingeladen wurde, da die beiden nicht allzu viel Geld haben. Vor ein paar Jahren war ich monatelang jeden Abend mehrere Stunden für ihn da, als es ihm psychisch sehr schlecht ging. Und dann aus heiterem Himmel, die Mitteilung dass ich/wir kaum „Platz in seinem Leben haben“, er hat keine Zeit und empfindet es als Belastung mal nachzufragen, wie es dem anderen geht. Und wenn mir was passiert, wird er es schon erfahren. Dazu muss ich noch sagen, dass mein Job wesentlich zeitaufwändiger ist als seiner. Das ganze hat mich sehr tief getroffen, ich kann gut nachvollziehen wie du dich fühlst und es tut mir leid, dass du das gerade in deiner Schwangerschaft erleben musstest, aber ich sehe es wie du. Das war niemals Freundschaft, sondern eine Fehleinschätzung und ich werde sicher keine Versuche unternehmen, etwas zu retten, das nicht zu retten ist. Ich wünsche dir, dass du nicht zu traurig bist und es doch echte Freunde in deinem Leben gibt, leider sehe ich es so, wie bereits mehrfach geschrieben wurde: Ich fürchte genau wie die Beziehungsunfähigkeit immer mehr in Mode kommt, schaut es mit der Freundschaft aus. Alles Liebe und Gute und dicken Drücker
    Gina

    • Oh man, das kommt mir doch alles sehr bekannt vor. 🙁 Tut mir leid, dass du auch so einen Deppen (sorry) in deinem Leben haben musstest! Fühl dich auch mal gedrückt! <3 Und ich hoffe sehr, dass du es dir auch nicht so arg zu Herzen nimmst.
      Ich habe heute einen schönen und sehr passenden Spruch dazu gelesen: "Nicht jeder ist auserwählt in deinem Leben zu bleiben. Manche sind nur so lange da, bis du eine bestimmte Lektion verstanden hast.".

  16. Der Typ ist ein Idiot! Ich hoffe er liest das!

    • Ja, den Beitrag hat er tatsächlich gelesen (keine Ahnung, wie er davon Wind bekommen hat). Daraufhin hat er mir die Freundschaft gekündigt. Wohlgemerkt er mir! Da haben mir dann endgültig die Worte gefehlt, aber die Sache ist nun immerhin beendet und mir geht es gut damit.

  17. Meine Liebe,

    Freundschaften sind ein schwieriges Thema und umso älter man wird umso komplizierter wird es. Früher habe ich Freundschaften nachgeweint wenn ich gemerkt habe, dass sich die Wege trennen. Doch heute bin ich schlauer… Auch wenn es 10 Jahre geht, dann war es ein Kapitel und es gehört zum Leben dazu, dass man sich weiterentwickelt, sei es örtlich oder auch menschlich. Unser Freundeskreis hat sich bspw. mit Schwangerschaft einmal komplett ausgetauscht. Früher wäre ich darüber traurig gewesen, aber weiß nun das es dazu gehört. Mit den alten Freunden hat man eben keinen gemeinsamen Nenner mehr, es verläuft sich und doch gibt es Menschen bei denen man den Nenner wieder findet. Das sind keine 20! aber 2-3 Freundschaften mit denen man sich trifft, gut versteht und einen ähnlichen Lebensweg bestreitet.

    Sei nicht traurig oder enttäuscht – offensichtlich habt ihr einen anderen Weg eingeschlagen – eurer Kapitel fertig gelesen. Jetzt kommt ein neues Kapitel mit neuen Freundschaften!

    Alles Liebe

    Eva

    • Liebe Eva,

      Das hast du sehr schön und treffend beschrieben. Ich denke auch, das Kapitel war nun einfach am Ende und immer, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich schließlich auch eine neue. Daran glaube ich fest. Mir geht es mit der Situation aber gut und ich bin nicht traurig. Es ist schade, dass und wie es geendet ist. Aber es war scheinbar das richtige, denn so einen Ballast braucht man im Leben nicht. Ich sehe nach vorn und bin schon gespannt, ob wir neue Menschen kennenlernen werden, wenn die Maus da ist. 🙂

  18. Hallo Nani, einen schönen Artikel hast du da geschrieben, über ein Thema das mit 30+ leider nur noch wenig thematisiert wird, weil anscheined „alles klar“ ist.

    Ich finde das hast du alles richtig gemacht mit diesem Menschen. Sowas unverschämtes aber auch. Ich kann dich da gut verstehen, dass du da traurig bist. Eine Freundin von mir erleidet grade ähnliches, ein Freund von ihr distanziert sich völlig von ihr weil seine Freundin das so will. Und sie hält fest und fest und fest und ich sage ihr immer wieder, das sie besseres verdient als jemand der sie von heute auf morgen stehen lässt. Sicher ist das nicht leicht und es ist sehr schmerzhaft die investierte Zeit und die Gefühle den Bach runtergehen zu sehen aber lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

    Ich persönlich (31) habe einige wenige sehr gute Freunde (so 2-3) bei denen ich mich wirklich bemühe regelmäßig Kontakt zu halten und Zeit einzuräumen. Mit Kleinkind und Vollzeitjob nicht immer einfach, aber es lohnt sich.

    Wenn ich mir die ersten Kommentare so durchlese, finde ich es übrigens wichtig sich auch mit zunehmender Erfahrung die Fähigkeit zu erhalten sein Herz offen zu lassen. Tolle Menschen können auch noch in dein Leben treten wenn du bereits im Seniorenheim beim Rommée sitzt 🙂

    • Danke dir, liebe Berit! 🙂
      Das kommt mir doch sehr bekannt vor mit der Freundin – die Vermutung hatten wir hier ja auch schon mit meiner Situation, denn als die Dame in sein Leben trat, ging es deutlich bergab. Aber nun ja, das ist dann einfach so. Wenn sich jemand in diesem Alter (immerhin über 35!) von einer Frau so manipulieren lässt und langjährige Freundschaften aufgibt, dann ist es eigentlich sein eigenes Pech (übrigens das gleiche andersherum – wenn sich eine Frau manipulieren lassen würde). Ja, es ist als Freund schmerzhaft, wenn so mit einem umgegangen wird und die Freundschaft mit Füßen getreten wird. Aber ich gebe dir Recht: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Dann ist es einfach besser, denjenigen ziehen zu lassen, als selbst weiter zu leiden.
      Mit den Freundschaften sehe ich es wie du: einige wenige, dafür enge und treue, reichen definitiv. 🙂 Ich habe mein Herz immer offen für neue, liebe Menschen. Auch wenn es leider ab einem gewissen Alter schwierig ist, neue Freunde zu finden. Zumindest habe ich das Gefühl – aber vielleicht ergibt sich bei uns ja einiges Neues, wenn unser Baby da ist. Da hat man zumindest schnell ein Gesprächsthema mit anderen. 🙂

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