Street Food Market in Wiesbaden

Heute ist eigentlich Food Friday auf dem Blog, aber es gibt ausnahmsweise mal kein Rezept, sondern einen kleinen Erlebnisbericht. Er dreht sich dabei allerdings komplett um leckeres Essen, also ist er ja doch wieder im weitesten Sinne ein Food Friday. Da man Leckereien auch viel lieber anschaut, als darüber zu lesen (und sie natürlich noch lieber futtert, aber das geht via Bildschirm ja nicht), lasse ich mal die Bilder für sich sprechen und kommentiere nur ab und zu. Ein bisschen Text gibt es aber vorab:
Vergangenes Wochenende fand das erste Street Food Festival in Wiesbaden statt und ich habe mich bereits wochenlang darauf gefreut. Bisher kannte ich sowas vorwiegend durch Instagram nur aus anderen Großstädten, habe beim Anblick immer aufs Display meines Handys gesabbert und mir sehnsüchtig so ein Fest auch für unsere Stadt gewünscht. Meine Wünsche wurden wohl erhört, und so ging es für uns in einer kleinen Gruppe am letzten Samstag aufs Festival zum Staunen und Schlemmen. 
Dank der Facebookpage zum Festival ist mir am Tag vorher aufgefallen, dass man 3 € Eintritt zu zahlen hätte. Der Betrag ist nicht die Welt und absolut in Ordnung, wenn man dafür u.a. saubere Toiletten bekommt. Allerdings fand ich es etwas schlecht kommuniziert, dass Eintritt verlangt werden würde (wie gesagt, bin ich nur durch die FB-Seite darauf aufmerksam geworden) und so musste man im schlimmsten Fall Schlange vor dem Eingang stehen. Wir haben die Möglichkeit genutzt und die Tickets morgens online bezahlt und ausgedruckt, wodurch uns das Anstehen erspart blieb und wir durch einen separaten Eingang ruckzuck drin waren. Die Stände selbst befanden sich auf dem Gelände des Schlachthofs / Kulturparks etwas außerhalb der Innenstadt, was ich ziemlich cool fand, denn sonst sind solche Veranstaltungen meist nur in der Innenstadt zu finden, was deutlich mehr Stress (Anfahrt, Parken, Parkgebühren, etc.) bedeutet. Parkmöglichkeiten gab es in der Umgebung zur Genüge, und als wir gegen 11:30 Uhr ankamen (Öffnung war um 11 Uhr), war auch noch kein Gedränge – weder um Parkplätze noch auf dem Festival. So nahmen wir uns erstmal die Zeit, um in Ruhe über das gesamte Gelände zu schlendern und uns einen Überblick über das Angebot zu machen. Schön wäre gewesen, wenn man – beispielsweise zur Eintrittskarte dazu – noch eine Info mit Übersicht der Stände (und vielleicht Standort) bekommen hätte. Da aber wie erwähnt noch nicht so viel los war, konnte man stressfrei alles auskundschaften.

Los geht’s…

Für musikalische Untermalung wurde beispielsweise beim jamaikanischen Stand und der Cocktailbar nebenan gesorgt. Es gab aber auch kleinere Acts auf dem Festival, u.a. eine Blue Grass Band.

Es war ja generell viel außergewöhnliches auf dem Fest zu finden, aber richtig abgefahren fand ich den Stand mit Insekten: frittierte oder in Süßigkeiten eingebaute Mehlwürmer, Skorpione, Grillen… Sehr freaky, aber ich habe mir das Ganze doch lieber nur angeguckt, als es auszuprobieren. ^^

Mein persönlicher Favorit war Raph’s BBQ mit seinem „Peanut Butter Bacon Burger“. Klingt nicht nur hammergeil, sondern hat auch so geschmeckt. Yummy! Das Teil muss ich irgendwann daheim mal nachmachen.

Ebenfalls spitze war das Pastrami Sandwich bei den „Bordsteinschwalben“. Pastrami kannte ich bisher nur durch us-amerikanische Serien und Filme und war entsprechend neugierig darauf. Suuuuper lecker und sehr zu empfehlen!

Kulinarisch ging es für uns auch nach Mittelamerika, und so teilten wir uns leckere Empanadas – mit Rindfleisch und Oliven gefüllte Teigtaschen mit scharfer Salsa und Chimichurri.

Die brasilianischen Käse-Brötchen sprachen uns auch an. Super fand ich, dass der Käse direkt im Teig verarbeitet war, was sie innen schön saftig und außen leicht knusprig gemacht hat. 

Neben all den vertretenen Leckereien aus aller Herren Länder gab es auch einen Infostand zum Thema „Food-Sharing“, der mich sehr begeistert hat. Das Konzept lautet einfach, Lebensmittel weiterzugeben, anstatt sie wegzuwerfen. Steht beispielsweise ein Urlaub vor der Tür und der Kühlschrank ist noch voll oder man hat von einer Party noch Reste über, kann man sich auf der Website anmelden und die Sachen zur Abgabe freigeben. Das Ganze funktioniert auch für Bäckereien, Supermärkte, Bauernhöfe. Die Interessenten können dann vorbeikommen und die Sachen kostenlos abholen. So werden keine Lebensmittel verschwendet und Müll vermieden.

„Surf ’n‘ Turf“ ist eine amerikanische Spezialität, die Fleisch und Meeresfrüchte kombiniert. Das klassische Surf ’n‘ Turf habe ich bereits vor Jahren hier mal vorgestellt (*klick*), und so zog uns auch der Surf ’n‘ Turf Burger in seinen Bann. Tolle Idee, leckere Zutaten, aber mir gefiel die Dill-Sauce dabei gar nicht, da sie den Geschmack von Fleisch und Garnelen total überdeckt hat. Aber das ist alles Geschmackssache – mein Mann fand es genial.

Als kulinarischen Abschluss gab es für mich frische Churros – soooo gut! Kannte ich bisher nur aus dem Spanienurlaub, und hier haben sie einfach nur fabelhaft geschmeckt. Dazu einen heißen Cortado. Mmmh!

Mein Mann wählte für sich die süß-herzhaften Kokosnussbällchen bei Sweet Asia als Dessert. Eine verrückte Kombination mit Schnittlauch und Mais, aber ein echtes Geschmackserlebnis!

Ich hoffe, die Bilderflut hat euch nicht erschlagen und die Tastatur hat vor Sabber nicht den Geist aufgegeben. 😀
Insgesamt fand ich das Festival absolut genial! Eine bunte Mischung Leckereien aus aller Welt, von herzhaft über süß bis hin zu abgefahren. Auch für Vegetarier und Veganer war etwas im Angebot. Wir waren über vier Stunden dort, haben alles in Ruhe angeschaut und unsere Favoriten ausprobiert. Aufgrund der Portionsgrößen waren wir hinterher auch pappsatt und zufrieden. Ich hätte mir vielleicht gewünscht, dass an manchen Ständen auch kleinere Portionen oder Probierpäckchen angeboten werden, damit man eben möglichst viel auf dem Festival testen kann. Die Preise waren teilweise auch etwas happig – aber nun gut, es ist ja jedem selbst überlassen, ob er sie zahlen möchte. Für besondere Leckereien fand ich es auch absolut in Ordnung – wann hat man schon mal die Chance, so etwas zu essen? Bei anderen Speisen konnte ich die Preise nicht ganz nachvollziehen, habe dann dort auch nichts gekauft. Super fand ich, dass einige Stände auch Ausstellungsstücke des angebotenen Essens hatten. So konnte man sehen, was sich hinter bestimmten Namen verbarg, ohne darauf zu warten, dass jemand mal was kauft, bzw. sich selbst zu trauen. Die Standbetreiber waren durch die Reihe weg total nett und herzlich, was mich sehr beeindruckt hat. Sie haben sich mit uns unterhalten und Auskunft über die Speisen und ihren Stand / Truck gegeben, selbst wenn man nichts gekauft hat. 

Meine Tipps für solche Street Food Festivals: 

1. Checkt vorher die Facebookseite / Website vom Anbieter – vielleicht gibt es Eintrittsgebühren oder andere wichtige Infos / Restriktionen.
2. Geht relativ früh hin und nehmt Zeit mit – es ist wenig los und ihr könnt euch seelenruhig umschauen, außerdem sind dann auch keine Speisen ausverkauft und ihr könnt jede Menge Sachen probieren.
3. Geht in der Gruppe – weniger Stress mit Parkplatzsuche und ihr könnt große Portionen miteinander teilen.
4. Geht nicht mit allzu leerem Magen – so könnt ihr euch erstmal in Ruhe alles angucken, bevor ihr bei euren Favoriten zuschlagt.
5. Regenschirm (je nach Wetterlage) und was zu Trinken mitnehmen: Bei uns gab es einige Male richtigen Platzregen und wir mussten immer schnell etwas zum Unterstellen suchen, weil wir keinen Schirm dabei hatten.

Jetzt freu ich mich schon mal auf den Oktober, denn dann gibt es in einem anderen Ortsteil von Wiesbaden den nächsten Street Food Market. Vielleicht ist die Kamera dann auch wieder mit dabei, mal schauen. 🙂

Wart ihr schon mal auf einem Street Food Festival?

Habt ein sonniges Spätsommer-Wochenende! ♥

11 Kommentare

  1. Ich bin am Wochenende bei einem Street Food Market in Hamburg und die Woche drauf nochmal bei einem in Hannover. Ich bin schon sehr gespannt. Deine Bilder haben mir auf jeden Fall viel Appetit gemacht 🙂
    PS: Das Deep Fried Mars hätte ich definitiv probiert. Das hört sich schon so wunderbar ungesund böse an ^^ Und Deep Fried Oreos liebe ich ja schon 🙂

    • Das Deep Fried Mars wollten wir sogar ausprobieren, haben es am Ende aber einfach vergessen. Reizüberflutung pur bei so vielen Ständen. 😀

      Wünsch dir schon mal viel Spaß beim SFM in Hamburg! 🙂

  2. Wow!!! Das ist ja der Wahnsinn, die Bilder sehen total lecker und verlockend aus! Ich hatte leider keine Zeit hinzugehen, da wir auf einer Hochzeit eingeladen waren, aber ich hoffe, es kommt bald wieder nach Wiesbaden 🙂
    LG Jenny

  3. Ich fand super, dass es sowas auch endlich mal in Wiesbaden gab – manchmal komm ich mir hier echt vor wie auf'm Dorf … Fand die Auswahl genial, so viele Sachen, die ich von den Amis nur von Hörensagen her kannte, wie z.B. die Corn Dogs oder Pulled Pork. ♥ Und auch endlich mal wieder richtige, echte Fish & Chips. Die Insekten hätte ich gerne probiert (ich kenn da nix, ich probier alles 8D), aber das war mir dann doch zu teuer, da waren die Preise ziemlich happig. Schade.

    Aber ja, insgesammt hätte ich mir mehr Möglichkeiten gewünscht kleine Häppchen zum kleinen Preis probieren zu können, so war man halt doch relativ schnell pappsatt.

    Ich freu mich schon auf den nächsten!! Weißt Du schon, wo in Biebrich der stattfinden wird? Schloßpark? Rheinufer?

    • Das weiß ich leider nicht. Hab auf der FB Seite dazu auch nichts Näheres rausfinden können. :-/ Aber die Infos kommen bestimmt bald. 🙂

  4. Tolle Impressionen. So etwas würde ich mir auch mal ansehen. Da sind hammer leckere Sachen dabei.

  5. Was für ein Programm! Bei so vielen leckeren Sachen fällt die Entscheidung sicher schwer.
    Das Pastrami Sandwich ruft bei mir Erinnerungen an meinen letzten New York Besuch wach. Da haben wir das häufiger im Deli um die Ecke geordert.
    Glg
    Jennifer

  6. Richtig tolle Eindrücke! In unserer Nachbarstadt Bielefeld gibt es mittlerweile auch einen Street Food Market – leider sind die Stände dort nicht ansatzweise so kreativ :-/

  7. Ohhh Kanom Krok! Das sieht man echt selten, aber es ist sooo lecker, wobei ich glaube, dass das vom Geschmack her nicht für jeden etwas ist.

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