Was ist Sonnenpflege und warum ist Sonnenschutz so wichtig?

Heute beginnt meine kleine → Themenwoche zum Sonnenschutz und ich möchte beginnen mit einem allgemeinen Bericht über Sonnenschutz und -pflege, denn es reicht nicht, sich vor dem Urlaub oder dem Sonnenbad irgendeine Flasche Sonnenlotion zu besorgen und dann sorglos in der Sonne zu brutzeln. Auf den richtigen Sonnenschutzfaktor kommt es an und auch auf das richtige Eincremen. Daher gibt es dazu heute einen Überblick. Ich hatte das Thema Sonnenpflege bereits kurz in meinem → Bericht über die Notwendigkeit von Augencremes angeschnitten.

Ich möchte vorweg sagen, dass ich kein Experte auf dem Themengebiet bin, auch bin ich kein Arzt oder dergleichen. Ich habe mich lediglich mit dem Thema auseinandergesetzt und gebe hier meine gesammelten Informationen wieder, um euch die Wichtigkeit von Sonnenschutz zu vermitteln. Es ist im Endeffekt jedem selbst überlassen, wie / wie viel er sich vor der Sonne schützt und welche Produkte er dazu verwendet. Aber vielleicht (hoffentlich!) ist dieser Bericht ein Denkanstoß, bzw. informiert ansatzweise, sofern man sich noch nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt hat.

Wir lieben die Sonne und brauchen sie. Sonnenstrahlen machen uns glücklich, wir sind produktiver bei gutem Wetter, einfach lebensfroh und voller Vitalität, und strahlen mit der Sonne um die Wette. Doch genau so, wie uns die Sonne gut tut, schadet sie uns auch – zumindest unserer Haut. Ein Satz, den ich bei meiner Recherche immer wieder entdeckt habe lautet:


„Die Haut vergisst nichts!“

UVA- und UVB-Strahlung

Die Sonne spendet Licht und Wärme, welche unsere gute Laune und höhere Leistungsfähigkeit bedingt. Aber sie gibt auch ultraviolette Strahlung ab. Diese UV-Strahlen sind in erster Linie wichtig für die Bildung von Vitamin D3 (Calciol), welches notwendig ist für die Regulierung des Calcium-Spiegels im Blut und für den Knochenaufbau und -erhalt. Allerdings reicht es hierfür vollkommen aus, einige Male pro Woche für wenige Minuten der Sonne ausgesetzt zu sein.

Für UV-Strahlen gibt es drei Bereiche – UV-A, UV-B und UV-C – welche unterschiedlich tief in Atmosphäre und unsere Haut eindringen:
UV-C Wellen sind sehr kurzwellig und gelangen nicht bis zur Erdoberfläche, da sie vorher schon durch die obersten Luftschichten der Erdatmosphäre absorbiert werden.
UV-B sind kurze Wellen, die zwar nicht so tief in die Haut eindringen, aber Sonnenbrände verursachen können. Sie bewirken verzögert die Bildung von Melanin (langfristige Bräunung) und gleichzeitig bedingen sie die Bildung von lebensnotwendigem Vitamin D3 in der Haut.
UV-A sind lange Wellen, die bis in die Lederhaut eindringen und Pigmentstörungen, Kollagen- und Elastinverlust und im Zuge dessen auch eine schnellere Alterung im Sinne von Falten, hängender Haut, etc., sowie im Extremfall auch Hautkrebs verursachen können.

Eine gute Illustration der UV-Strahlen und ihrer Reichweite findet ihr → hier.

Die Intensität der Strahlung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Tageszeit, der Jahreszeit, der geografischen Lage, der Höhenlage, der Bewölkung und auch der Umgebung.

Es sind die UV-A Strahlen, die die schlimmsten Schäden unserer Haut hervorrufen, die die DNA unserer Zellen verändern, sodass diese sogar mutieren und Tumore bilden können. Und diese Strahlen sind 365 Tage im Jahr da, ob bewölkt oder sonnig. Zu glauben, Sonnenschutz sei nur bei direktem Sonnenschein notwendig und ohne Rötung oder Sonnenbrand wäre nichts passiert, ist also falsch.

Sonnenschutz

Um sich vor den negativen Auswirkungen von Sonnenstrahlen zu schützen, bzw. um diese zu mindern, verwendet man Sonnenschutzmittel, meist in Form von Cremes, Lotionen, Milch oder Pumpsprays. Diese sollen die durch Wasser, Sonne und Wind ausgetrocknete Haut zudem fetten, durchfeuchten und pflegen. Die meisten Schutzprodukte sind flüssige Emulsionen und werden mit Angabe von Lichtschutzfaktoren von 6 bis 50+ angeboten.

„Sonnenschutzmittel werden nach Vorgaben der EU-Kommission nur noch mit den Lichtschutzfaktoren 6, 10, 15, 20, 25, 30, 50 und 50+ angeboten. Produkte mit Lichtschutzfaktoren unter 6 sind nicht mehr den Sonnenschutzmitteln zugeordnet, da wegen der niedrigen Schutzwirkung die überwiegende Zweckbestimmung der Produkte (Sonnenschutz) nicht erfüllt wird. Die früher verwendete Produktbezeichnung „Sunblocker“ wird ebenfalls nicht mehr verwendet, da der Verbraucher fälschlicherweise einen vollständigen Schutz vermuten könnte. […] 
Zum besseren Verständnis wird auf den Verpackungen neben dem Lichtschutzfaktor noch eine der 4 zugeordneten Schutzklassen angegeben (Niedrig, Mittel, Hoch, Sehr hoch). Niedrig → 6, 10 Mittel → 15, 20, 25 Hoch → 30, 50 Sehr hoch → 50+“ (Quelle: Wikipedia)

Dies ist allerdings die europäische Norm. Für Australien gelten ganz andere Richtlinien und ihr solltet euch vor Ort landeseigenen Sonnenschutz kaufen, ansonsten bekommt ihr selbst mit unserem höchsten Sonnenschutz dort schnell einen Sonnenbrand!

Beispiele für die Angabe des LSF und der Schutzklassen

Außerdem sollte man stets zusätzlich eine Sonnenbrille tragen, denn nicht nur die Haut kann unter der Sonne leiden, auch die Augen können Schäden davontragen.

Vorbeugung durch richtigen Sonnenschutz ist also die perfekte Anti-Aging-Maßnahme.

LSF und SPF Wirrwarr

Auf Sonnenschutzmitteln und Make-up findet man als Angabe „SPF“, doch hört man den Begriff „LSF“ ebenso oft. Doch meinen sie nun dasselbe oder bezeichnen sie unterschiedliche Dinge?

„SPF“ ist der englische Begriff für „Sun Protection Factor“ (Faktor, um welchen die Zeit bis zum Auftreten einer Hautrötung verlängert wird) und „LSF“ bedeutet „Lichtschutzfaktor“. Früher gab es einen Unterschied zwischen SPF und LSF, wobei SPF vorwiegend auf amerikanischen Produkten zu finden war und LSF auf europäischen. Der LSF war deutlich niedriger als der SPF, was mit unterschiedlichen Messmethoden zusammenhing.

Heutzutage gibt es die umfassende COLIPA-Methode für Produkte aus Europa und den USA, sodass man von einheitlichen Maßen ausgehen kann.

Was besagen nun SPF und LSF? Beispielsweise bedeutet ein LSF/SPF von 30, dass man damit 30-mal länger in der Sonne bleiben kann, als ohne Schutz. Hierbei muss die Eigenschutzzeit des eigenen Hauttyps (siehe weiter unten) mit eingerechnet werden. Wer also beispielsweise zum Hauttyp II gehört und ohne Schutz erst nach 10 Minuten Hautrötungen bekommt, ist rechnerisch mit SPF30 300 Minuten lang geschützt (10 Minuten x Faktor 30 = 300 Minuten). Die sind allerdings nur Richtwerte und es wird empfohlen, diese Durchschnittszeit nicht voll auszunutzen, sondern sich schon vorher in den Schatten zurück zu ziehen.

Welcher Sonnenschutz ist der richtige für mich?

Es hängt vor allem vom Hauttyp ab, wie lange die Haut den UV-Strahlen standhält, aber natürlich auch von der Jahreszeit. Jede Haut hat eine bestimmte Eigenschutzzeit, d.h. eine Zeit, in der sie der Sonne ohne Gefahr ausgesetzt werden kann. Diese Eigenschutzzeit hängt stets vom Hauttyp ab. Je heller der Hautton, desto kürzer die Zeit, die man ohne Sonnenschutz unbeschadet in der Sonne verbringen kann. Durch Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor lässt sich diese Zeit verlängern, wenn auch nicht ewig.

Für Erwachsene reichen je nach Hauttyp und Stärke der Sonneneinstrahlung meist Produkte mit Lichtschutzfaktor 25. Für das Gesicht wird grundsätzlich ein höherer LSF von 30 empfohlen, bei den hellsten Hauttypen sogar Produkte mit LSF 50. Auch darf man die Lippen nicht vergessen, da diese ebenfalls Schutz brauchen. Es gibt hierfür Pflegestifte mit hohem Lichtschutzfaktor (welche ich euch während der Themenwoche auch noch vorstellen werde).

Wer Sonnencreme aufträgt, muss auf Make-up nicht verzichten, sofern er welches tragen möchte. Man sollte allerdings zuerst die Sonnencreme auftragen (quasi wie bei einer normalen Routine mit Tagescreme) und nach dem Einziehen kommt das Make-up darüber.

Die größte Angriffsfläche bieten die sogenannten „Sonnenterrassen“:  unbehaarte Kopfhaut (oder Scheitel), Nasenrücken, Augenpartien, Wangen, Ohren, Lippen, Schultern, Rücken, Dekolleté sowie Fußrücken. Diese Bereiche sollten entweder möglichst bedeckt gehalten und/oder durch Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor geschützt werden.

Die verschiedenen Hauttypen

Hauttyp I – der keltische Typ
Kennzeichen: sehr helle, sommersprossige Haut, blaue oder grüne Augen, häufig rötliche Haare. Die Haut wird nicht braun.
Sonnenempfindlichkeit: extrem hoch
Eigenschutz*: maximal 5-10 Minuten, danach Sonnenbrand
Tipp: grundsätzlich Sonnenschutzcreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor.

Hauttyp II – der hellhäutige Europäer
Kennzeichen: meist blonde oder hellbraune Haare, graue, blaue oder grüne Augen und häufig Sommersprossen. Die Haut wird mäßig braun.
Sonnenempfindlichkeit: recht hoch
Eigenschutz*: 10 bis 20 Minuten, danach Rötung
Tipp: Nie ohne Schutz in die Sonne, in den ersten Sonnentagen Creme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden, später mit einem geringeren.

Hauttyp III – der Mischtyp
Kennzeichen: meist dunkelbonde bis braune Haare und vorwiegend braune Augen. Die Haut wird relativ schnell braun.
Sonnenempfindlichkeit: mittel
Eigenschutz*: 20 – 30 Minuten
Tipp: In den ersten Sonnentagen eine Creme mit mittlerem Lichtschutzfaktor verwenden.

Hauttyp IV – der mediterrane Typ
Kennzeichen: meist dunkle Haare und braune Augen (südländischer Typ), nie Sommersprossen. Die Haut wird schnell und deutlich braun.
Sonnenempfindlichkeit: gering
Eigenschutz*: mehr als 30 Minuten
Tipp: In den ersten Sonntagen einen niedrigen Lichtschutzfaktor verwenden.

Hauttyp V und VI – der dunkelhäutige Typ
Kennzeichen: dunkelbraune bis schwarze Haut, dunkle Haare
Sonnenempfindlichkeit: kaum oder nie Sonnenbrand
Eigenschutz*: mehr als 90 Minuten

*Eigenschutzzeit für Sonneneinstrahlung am Mittag im mitteleuropäischen Hochsommer

Einen Test zur Ermittlung eures Hauttyps findet ihr beispielsweise in diesem → Bericht des Focus, aber auch dieses → pdf der DGUV hilft euch dabei und gibt noch einige sehr gute Tipps zum richtigen Verhalten in der Sonne für jeden Hauttyp.
Wichtig: Diese Tests gelten nicht für Kinder! Kinder haben eine sehr sonnenempfindliche Haut und gelten generell als Hauttyp I – II (mehr dazu weiter unten).

Die richtige Menge, Aufbewahrung und Haltbarkeit

Bei Sonnenschutz gilt: Nicht kleckern, sondern klotzen! Man darf hier also ruhig dick auftragen und sollte keinesfalls zu sparsam sein. Generell sollte man sich merken, dass eine Person mit einer Sonnenschutzcreme von um die 300 ml gut eine Woche auskommt. Für einen Urlaub mit mehreren Personen (oder sogar als Familie) reicht also eine Tube/Flasche keineswegs aus.

Man sollte Sonnenschutzmittel auf keinen Fall in der prallen Sonne stehen lassen, denn ansonsten können sich die Mittel zersetzen und die Wirkung kann durch zu hohe Temperaturen beeinträchtigt werden. Oftmals wird geraten, Sonnencremes und -lotionen im Kühlschrank zu lagern. Ich denke aber, dies ist jedem selbst überlassen. Man sollte einfach nur zu hohe Temperaturen vermeiden und dann ist alles in Ordnung. In Geschäften stehen die Mittel immerhin auch nicht im Kühlregal, sondern nur in kühleren Räumen und ohne direktes Sonnenlicht.

Was die Haltbarkeit von Sonnenschutzmitteln betrifft, so wurde früher immer gesagt, dass sie nur eine Saison halten und man sie im nächsten Jahr neu kaufen sollte, da der Sonnenschutz dann nicht mehr vorhanden wäre. Es ist aber so, dass man Sonnenschutzmittel aus dem letzten Jahr schon noch verwenden kann, solange sie noch einwandfrei riechen und sich die Emulsion nicht in getrennte Flüssigkeiten zersetzt hat.
Auf den meisten Produkten findet man mittlerweile ein Symbol in Form eines geöffneten Tiegelchens mit angehobenem Deckel (auf dem Foto grün umkreist), welches angibt, wie lange sie nach dem Öffnen haltbar sind (Angabe in Monaten, z.B. 12M = 12 Monate).

Tipps für optimalen Sonnenschutz

  1. Lichtschutzfaktor beachten – Der SPF eines Sonnenschutzmittels sollte stets mindestens 20 betragen, vor allem in der Anfangszeit, in der sich die Haut noch an die erhöhte Sonneneinstrahlung gewöhnen muss. Lieber ein hoher SPF als ein zu niedriger!
  2. Produkte mit Etikett „UVA“ – Da UV-A Strahlen die Haut am meisten schädigen, sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Produkte die Aufschrift „UVA“ tragen.
  3. Viel hilft viel – Den Sonnenschutz ruhig großzügig auftragen, denn bei zu wenig wird der angegebene LSF nicht erreicht.
  4. Bei schwer erreichbaren Stellen helfen lassen – Der Rücken zählt zu den Sonnenterrassen, die schnell röten und an denen oft Sonnenbrand passiert. Nicht alle Stellen am Rücken kann man allein gut erreichen und sollte sich daher beim Eincremen unbedingt helfen lassen.
  5. Den ganzen Körper eincremen – Kleidung schützt nicht komplett vor UV-Strahlen, vor allem wenn sie nicht speziell dafür geeignet ist. Außerdem kann sie verrutschen, sodass viele Sonnenterrassen (Schultern, Rücken) frei liegen und man Sonnenbrand bekommen kann. Also: stets den gesamten Körper eincremen.
  6. Sonnenbrille tragen – UV-Strahlen schädigen nicht nur unsere Haut, sondern auch die empfindlichen Augen. Eine Sonnenbrille mit UV-Schutz ist also unerlässlich.
  7. Mittagssonne vermeiden – Die Sonneneinstrahlung ist von 11 bis 15 Uhr am intensivsten. In der Zeit also am besten die Sonne meiden und sich im Schatten aufhalten (oder Siesta machen ;)).
  8. Sonnenschutz auch im Schatten – Auch wenn man sich nicht in der direkten Sonne befindet, so ist man  dennoch UV-Strahlen ausgesetzt. Also auch im Schatten unbedingt eincremen.
  9. Sonnenschutz nicht nur bei Sonnenbädern – Nicht nur bei aktiven Sonnenbädern, sondern bei jeglichen längeren Aufenthalten in der Sonne (beispielsweise beim Shoppen) sollte man sich vorher eincremen. 
  10. Sonnenschutz auffrischen – Nach dem Baden und Abtrocknen sollte man den Sonnenschutz unbedingt erneuern, da sich die Wirkung reduziert.
  11. After-Sun Pflege – Die Haut trocknet durch Sonne, Wind und (Salz)Wasser aus, also sollte man ihr unbedingt Feuchtigkeit zurück geben, am besten durch spezielle After-Sun Produkte, die meist auch eine kühlende Wirkung haben.

Sonnenschutz bei Kindern

Ich möchte hier anmerken, dass ich beim Thema „Sonnenschutz für Kinder“ nicht zu genau ins Detail gehen will. Sonnenschutz bei Kindern ist nochmal eine ganz andere Kategorie und sogar noch wichtiger, als für Erwachsene, da sie viel empfindlicher auf UV-Strahlen reagieren. Hier nur einige wichtige Aspekte:
Die Haut von Kindern besitzt erst ab der Pubertät einen voll ausgebildeten Eigenschutzmechanismus gegen die Folgen von Sonnenstrahlung. Je öfter ein Kind Sonnenbrand hat, vor allem im Alter von 0 bis 6 Jahren, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, später einmal an Hautkrebs zu erkranken.
Also: Babies und Kleinkinder niemals der direkten Sonne aussetzen, Sonnenbäder sind tabu, spezielle Sonnenkleidung, Hüte/Cappies und Sonnenbrillen sind wichtig, ebenso wie Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor zum maximalen Schutz vor sonnenbedingten Hautschäden.
Gute Infos und Regeln dazu findet man beispielsweise auf → Elternwissen.

Wasserfest?!

Auch wenn auf vielen Produkten das Etikett „wasserfest“ (oder auch „water resistant“) zu finden ist, so sollte man davon nicht zu viel erwarten. Durch das Baden büßen viele Produkte deutlich an Wirkung ein, man muss also nachcremen. Nach dem Abtrocknen reduziert sich der Schutzfaktor sogar um ca. 50 Prozent. Man sollte sich also nach dem Schwimmen nicht abtrocknen, um durch das Rubbeln mit dem Handtuch nicht den Sonnenschutz abzureiben. Auch starkes Schwitzen kann den Schutz verringern.

Und nach dem Sonnen?

Die Haut sehnt sich im Anschluss an Sonnengenuss nach Abkühlung, daher sollte man ihr unbedingt die nötige Pflege in Form von feuchtigkeitsspendenden Produkten zukommen lassen. Doch zuvor sollte man sie unter der Dusche von Rückständen von Sonnenschutzmitteln, Salz, Sand und Schweiß befreien. Die meisten Duschgels trocknen die Haut zusätzlich aus, man sollte also auf Duschgel verzichten oder lieber spezielle After-Sun Duschgels verwenden. Nach dem Duschen verwöhnt man die sonnengestresste Haut am besten ebenfalls mit speziellen After-Sun Produkten, denn sie wurden für die besonderen Bedürfnisse der Haut nach dem Sonnenbad entwickelt und verfügen über ausreichend Feuchtigkeit und besitzen oft noch einen kühlenden Effekt, der gereizte Haut lindert.

Was tun bei Sonnenbrand?

Kühlende Cremes und After-Sun Produkte (vor allem mit Aloe Vera) helfen gegen leichten Sonnenbrand und verschaffen Linderung. Außerdem sollten Betroffene viel trinken, denn der Körper benötigt Feuchtigkeit. Am besten einfaches Wasser ohne Kohlensäure und ungesüßten Tee.

Altbewährte Hausmittelchen wie „Quarkumschläge“ oder feuchte Wickel kühlen und lindern den Schmerz ebenfalls. Ich dachte bisher, Quark und Milchprodukte seien tabu, da die enthaltenen Bakterien Entzündungen hervorrufen würden. In Interviews mit Medizinern raten diese aber dazu, allerdings nur wegen ihrer kühlenden Wirkung und nicht wegen der Inhaltsstoffe. Viele machen den Fehler und verwenden nach dem Sonnenbrand Eiswürfel und Produkte aus dem Tiefkühlfach. Dies ist aber kontraproduktiv, da so Erfrierungen der Haut passieren können.
Aloe Vera und Kamille sind ebenfalls gute Mittel, da diese entzündungshemmend wirken. Allerdings können manche Menschen darauf auch allergisch reagieren.
In der Apotheke kann einem ebenfalls weitergeholfen werden. Dort gibt es rezeptfrei beispielsweise Hydrokortisonlotionen und -gels für eine schnelle Linderung, sofern man nichts dagegen einzuwenden hat, auf Kortison zurückzugreifen.

Bei Sonnenbrand sollte man zudem unbedingt auf Parfum verzichten, da es die Entstehung von Pigmentflecken begünstigen kann.

Bei zu starken Schmerzen, Juckreiz, Fieber oder sogar Blasen sollte man aber unbedingt einen Hautarzt aufsuchen! Nur dort bekommt man eine adäquate Behandlung und entsprechende Medikamente.

Sehr gute Hintergrundinformationen und Tipps zum Sonnenschutz – auch für Solariumsgänger – findet ihr auf → unserehaut.de.

Morgen geht es dann gleich an die Materie und ich stelle euch die ersten Produkte vor, um die Haut an die kommenden Sonnenbäder zu gewöhnen.

PS: Solltet ihr noch Ergänzungen zu diesem Thema haben, so schreibt sie mir in die Kommentare und ich ergänze sie dann im Blogpost. Ich möchte, dass er so breit gefächert und informativ wie möglich ist.

28 Kommentare

  1. Buah ich bein gar kein Typ 😀 Blond, keine Sommersprossen – hellhäutig.

    Ich werde super schnell braun und meine bis vor kurzem noch Dunkelblonden Haaren werden heller und fangen an goldig zu glänzen.

    Aber im Gegensatz zu meinen Nachbarn, die schon seit Wochen im Garten liegen und 3h von vorne und nochmal 3h von hinten braten bin ich eher kein Sonnenfan. Wenn ich in die Sonne gehe geht nix unter 30er Sonnenschutz und Sonnenhut. Dazu sieht man mich dann von Schatten zu Schatten huschen. Sonne ist schön aber viiiiel zu warm für mein Empfinden 🙂

    Und selbst wenn wir im Pool sind dann nur wenn der Pavillion drüber steht und auch im Wasser entsprechend Schatten da ist. Sonnenbrand hatte ich dafür aber auch schon seit Jahren keinen mehr und ich bin darüber auch sehr froh.

  2. Toller Bericht mit viel Mühe, der mir viel Freide bereitet hat. Ich nehme Sonnenschutz sehr wichtig – im Gegensatz zu früher nun auch über das ganze Jahr, weil ich auch frühzeitig der Hautalterung entgegenwirken will.
    Es ist schade, dass Sonnenschutz immer noch so unterschätzt wird bzw. es wenig allgemeine Aufklärung in diesem Bereich gibt.
    Wenn meine Mitbewohner dann im Sommer auf Sonnenschutz verzichten weil sie "braun werden wollen" kann ich mir immer nur vor den Kopf schlagen.
    Danke für deinen tollen Post.
    LG ♥

  3. super super toller und ausführlicher Bericht

    Vielen Dank 🙂

  4. ich finde deine Themenwoche super ! der Bericht ist sehr ausführlich und auch gut recherchiert !

    vieles habe ich schon gewusst,Wissenslückenbzw Fragen gibt es aber auch und ich wäre froh, wenn ich eine Antwort finden würde auf:
    1. muss man sich, wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass man sich länger in der Sonne aufhält,auch den Scheitel mit Sonnenschutzprodukten schützen und schützt ein normaler Hut oder muss es einer aus speziellem UV-Strahlen blockendem Stoff sein ?
    2. ich habe mal gelesen, dass Sonnenbrillen die nicht ausreichend abschirmen für die Augen schlimmer sind als keine zu tragen (weil die Pupillen sich durch die Verdunkelung weiten und Strahlen dann auf die Netzhaut treffen können), wie kann man aber sicher sein, dass eine Brille ausreichend abschirmt bzw blockt ? kann ein Optiker Brillen prüfen ?

    • Danke für deine Anregungen/Fragen. Ich werde mal recherchieren und dir dann nochmal dazu antworten. 🙂

    • Also, ich habe mich mal etwas umgeschaut und informiert:
      zu 1.: Normalerweise schützen deine Haare die Kopfhaut vor einem Sonnenbrand. Um Sonnenbrand/Schäden am Scheitel zu vermeiden, kannst du entweder die Haare zu einem Zopf ohne Scheitel nach hinten binden (sofern sie lang genug sind), normale Kappen schützen in der Regel aber auch. Was ich jetzt noch gefunden habe (und sehr coole finde), ist ein Spray für Haare und Kopfhaut mit SPF25. Dass es Sonnenschutz für Haare gibt, hatte ich bei meiner Produktsuche schon gesehen, aber dieses hier ist auch zusätzlich für die Kopfhaut: Redken Take Cover. Vielleicht wäre das ja was für dich?
      2. Tatsächlich sind Sonnenbrillen ohne UV-Schutz noch schädlicher für die Augen, als wenn man gar keine trägt, eben aus deinem genannten Grund. Wenn man sich nicht sicher ist, ob die eigene Sonnenbrille einen UV-Schutz hat und ob dieser reicht, kann man sie kostenlos beim Optiker daraufhin prüfen lassen. Die haben spezielle Messgeräte dafür. Eine Brille mit CE-Zeichen auf der Innenseite der Bügel hat idR einen UV-Schutz.

      Ich hoffe, meine Antworten helfen dir weiter. 🙂

  5. Mir gefällt dein Posting super gut 🙂 … so hat man, ganz Magazine-like, alles schön auf einen Blick *-*

  6. wow. großes Kompliment für diesen übersichtlichen und gut recherchierten Beitrag!

  7. ICh finde diese Themenwoche echt klasse und die Informationen sind alle wirklich hilfreich. Ich setze mich viel mit dem Thema auseinander und achte immer bei mir und meinen Lieben auf Sonnenschutz, auch wenn ich dadurch manchmal zum "Spielverderber" werde 😀
    Ich frage mich nur manchmal wie gut After Sun Produkte sind. Klar, sie spenden Feuchtigkeit und kühlen. Aber der kühlende Effekt kommt doch meistens durch den enthaltenen Alkohol zustande und der ist doch sehr austrocknend.
    Ich liebe zwar den Geruch von After sun Produkten, bin aber mittlweile so unsicher, dass ich letztes Jahr zu dem Aloe Vera Gel von Dun dance gegriffen habe, da das sehr leicht und feuchtigkeitsspendend ist, aber keinen Alkohol enthält (soweit ich weiß).
    Was sagst du dazu?

    • Ich hatte bisher noch nicht den Eindruck, dass mich After-Sun Produkte austrocknen. Mein liebstes ist die Nivea Sun Lotion mit Aloe Vera. Ich habe mal recherchiert und es ist so, dass After-Sun-Produkte mehr Wasser und weniger Fett als normale Lotionen enthalten. Der Kühleffekt ist höher, die Cremes wirken erfrischender und ziehen schneller ein, aber das Wasser verdunstet oft schneller. Viele After-Sun Produkte (so auch meines von Nivea) enthalten Glycerin – Glycerin ist ein Alkohol und zieht Wasser an, wodurch dieses in und an der Haut gehalten wird. Aloe Vera hat die gleiche Eigenschaft.
      Wenn dich viele After-Sun Produkte austrocknen, ist es eventuell besser, auf normale Lotionen zurückzugreifen. After-Sun Produkte sind Öl-in-Wasser Emulsionen, fetten daher weniger. Normale Cremes sind idR Wasser-in-Öl Emulsionen und enthalten mehr Fette.

    • Danke für deine ausführliche Antwort. Ich benutze auch am liebsten die von Nivea. Dass meine Haut explizit davon austrocknet konnte ich noch nicht feststellen, aber ich habe mir halt ein paar Gedanken gemacht 🙂
      Aber du hast recht, wenn es meiner Haut gut tut, wieso sollte ich es ihr "verwähren".

      P.S.: Noch was anderes: du hast geschrieben Quarkumschläge bei Sonnenbrand wären empfehlenswert. Ich habe jetzt schon öfters gelesen, dass die Bakterien im Quark (?!) recht gefährlich bei einer Entzündung/Sonnenbrand sein können. Keine Ahnung, ob das nun stimmt, ich wollte dich nur drauf aufmerksam machen.

    • Ich hatte es auch so im Kopf, dass Quarkumschläge eigentlich nicht gut seien. In Foren und auf Frageseiten wird immer davon abgeraten, aber in den Artikeln, in denen Ärzte und Leute mit medizinischen Kenntnissen interviewt werden, werden sie empfohlen – allerdings wegen der kühlenden Wirkung und nicht, weil sie auch heilen würden. Ich denke, genau dafür sollte man den Quark dann auch verwenden und nicht auf offene Wunden legen, dann ist alles okay. Ich werde es mal oben ergänzen. 🙂

      PS: Danke dir für deine Unterstützung bei dem Bericht! 🙂

  8. Danke für deinen ausführlichen Beitrag 🙂
    Ich komme bloß nicht mit den verschiedenen Hauttypen klar; die Tests sind da auch nutzlos: Meine Haut ist weiß (= Typ 1), meine Haare sind schwarz (= Typ 4). Meine Augen sind mittel (= Typ 2-3). Ich bekomme keinen Sonnenbrand (= Typ 4), werde aber auch nicht braun (= Typ 1). Na super *gg*
    Ich gehe einfach auf Nummer Sicher und nehme hohen LSF, aber irgendwie komme ich mir bei den ganzen Typen ein bisschen veräppelt vor …

    • Ich denke, die Hauttypen sind nur durchschnittliche Richtwerte, bei denen man sich eventuell einordnen kann. Wenn man sich unsicher ist oder in keine Kategorie so wirklich passt, kann einem ein Hautarzt mit Sicherheit weiterhelfen. Aber ich gebe dir Recht, auf Nummer sicher zu gehen mit einem hohen LSF ist auf jeden Fall gut. 🙂

  9. Ich finde es super, dass du versuchst Licht in den Sonnenschutz-Dschungel zu bringen!
    Ich setzte mich auch sehr damit auseinander, da ich seit ca. 2 Jahren unter einer Sonnenallergie leide. Durch guten Sonnenschutz schaffe ich es, dass sie nur an den Beinen auftritt (durch lange Hosen haben die im Frühling und Frühsommer wenig Chancen sich an die Sonne zu gewöhnen). Durch LSF 50+ sind sie aber leider total hell…Mich stört, dass bspw. mein Arme und das Gesicht dann nicht dazupassen, weil diese Stellen ja ein wenig braun werden.
    Ich glaube, dass "die Sonne" als Krankheitsauslöser noch zusehr unterschätzt wird und hoffe einfach, dass es mir in ein paar zu Gute kommen wird, dass ich meine Haut geschützt habe, auch wenn man jetzt immer ein wenig belächelt wird, wenn man ständig nachcremet oder sich eine sau-teure Sonnenmilch aus der Apotheke holt.
    Liebe Grüße

    • Wegen deiner Sonnenallergie, bzw. wegen den hellen Beinen, weiß ich leider auch keinen Rat. :-/

      Ich habe mittlerweile auch einen wahren Haufen an Sonnenschutzmitteln hier und werde auch etwas dafür belächelt. Durch meine Recherche zum Bericht hier habe ich selbst noch einiges gelernt, das ich vorher noch nicht wusste. Ich versuche da auch immer, mein Umfeld noch etwas mit zu beeinflussen, was ja nur zu ihrem Guten ist. Aber im Endeffekt muss halt jeder selbst wissen, was er tut. Ich creme mich weiter ein und hoffe, dass ich meiner Haut auf lange Sicht damit etwas Gutes tue.

  10. Vielen lieben Dank für den tollen Post und die Mühe, die Du Dir gemacht hast.
    Einiges wußte ich noch nicht genau- und die Fragen oben in den Kommentaren bezüglich Kopfhautschutz und Sonnenbrillen interessieren mich auch sehr.
    Freu mich schon auf die nächsten Tage…
    Liebe Grüße,
    Martina

  11. Super informativer Post 🙂
    vieles davon wusste ich selber nicht so genau – ich hab immer nur gewusst, dass es auf jeden Fall besser ist sich einzucremen und hab das mehr oder weniger befolgt.
    Ich find es immer wieder seltsam wenn die Leute um mich herum meinen sie würden nicht braun werden, wenn sie sich eincremen.. Naja irgendwann werden sie sich wohl wundern wo die Falten herkommen..
    freue mich schon auf die weiteren Beiträge der Themenwoche, aber ich spreche jetzt schon mal ein Lob aus ! 🙂

    • Vielen lieben Dank! ♥

      Da gebe ich dir Recht – lieber vorbeugen, als hinterher bereuen. Eine leichte Bräune ist ja schön und man wird mit Sonnenschutzprodukten ja auch braun. Daher verstehe ich auch nicht, dass manche Menschen gar nichts oder viel zu wenig benutzen. :-/

  12. Jedes Jahr aufs Neue ärgere ich mich über die Klischee-Einteilungen bei den Tabellen, welche Sonnentypen es gibt – meine Haut ist hell, meine Haare fast schwarz, ich werde weder braun noch bekomme ich schnell Sonnenbrand. Was um aller Welt soll ich für ein Typ sein?
    Tests wie der vom Focus helfen nicht – ich habe Kategorie 2, 3 und 4 gleich viele Punkte.

    Das Thema lässt mich immer ratlos zurück …

    • Wie oben bereits gesagt, sind es nur Richtwerte zur Einteilung. Mit einem hohen LSF liegst du auf jeden Fall immer richtig. Im Zweifelsfall einen Hautarzt fragen, der kann dir bestimmt weiterhelfen.

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