Blogger Talk | Kooperationsanfragen – der richtige Umgang

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Der Blogger Talk geht heute in eine neue Runde, und nachdem wir beim letzten Mal über die → DOs und DON’Ts beim Bloggen gesprochen haben, befassen wir uns heute mit dem richtigen Umgang bei Kooperationsanfragen (das Thema wurde explizit von euch gewünscht). 🙂

Als Blogger bekommt man früher oder später Anfragen von Firmen, das ist einfach so. Wie man damit umgeht, bleibt im Endeffekt natürlich jedem selbst überlassen. Ein paar Dinge sollten meiner Meinung nach jedoch grundsätzlich beachtet werden. (Eigentlich wollte ich euch an dieser Stelle eine coole Infografik zeigen, aber ich habe sie nicht zufriedenstellend gebastelt bekommen. Daher gibt’s meine Tipps nun einfach in Textform.)

So verfahre ich, wenn eine Mail mit Wunsch nach Zusammenarbeit in meinem Postfach landet:

Ist die Mail seriös / vertrauenswürdig?
Das ist die erste Frage, die ich mir stelle und die Antwort darauf entscheidet, ob und wie ich antworten werde. Ich möchte nun aber keine ellenlange Auflistung anbringen, was alles an Fails von Firmen kommen kann, denn solche Bullshit-Bingos gibt es im Netz mittlerweile zu Hauf zu finden, und darum soll es heute auch gar nicht vordergründig gehen. Aber gerade „jüngere Blogger“ (persönliches Alter oder Blogalter) müssen ja erstmal ihren Weg finden und Erfahrungen sammeln. Wenn die erste Koop-Anfrage im Postfach landet, ist man in der Regel erstmal total begeistert und fühlt sich geehrt – das war bei mir ganz klar auch so. Da ist es dann gerade am Anfang manchmal schwer, die seriösen / fairen Anfragen herauszufiltern. Deswegen möchte ich euch ein paar Punkte nennen, die für mich No-Go’s sind, bzw. was mir bei Anfragen wichtig ist:

Worauf ich meistens nicht antworte // Bei welchen Bedingungen ich auf keine Kooperation eingehe

  • Unpersönliche Anrede (Liebe/r Blogger/in), falsche Anrede (komplett falscher Name) oder gar fehlende Anrede (Hallo – ohne dass danach noch etwas folgt)
  • Mails ohne jegliche Signatur oder mit fehlendem Ansprechpartner (Viele Grüße, Team XYZ)
  • Produkte werden nur als Leihgabe zugesendet und sollen nach dem Beitrag zurückgegeben werden
  • Für eine Review sind nur Pröbchen vorhanden
  • Anfrage für einen Gastartikel (mit Verlinkung anderer Seite)
  • Eine 0815-Mail, die genau so kopiert an gefühlt tausend andere Blogger verschickt wurde
  • Es wird auf do-follow Verlinkungen bestanden
  • Es wird gefordert, auf die Kennzeichnung (Samples / Werbung) zu verzichten

Um nur ein paar zu nennen. Wie gesagt, ich will hier keine never-ending Liste auffahren. Es gibt immer wieder wirklich seltsame Anfragen (um es mal nett zu formulieren), bei denen man nur lachen und mit dem Kopf schütteln kann.

Worauf ich antworte // Wann für mich eine Kooperation interessant ist

  • Eine persönlich verfasste, freundliche Mail inklusive Ansprechpartner und Signatur
  • Wenn die Anfrage zu mir und meinem Blog passt (Blog-Thematik, persönliche Interessen / Anliegen)
  • Wenn ich merke, dass echtes Interesse seitens des Unternehmens an einer Zusammenarbeit mit mir besteht
  • Faire Bedingungen und Mehrwert für alle Seiten (entgegen den oben genannten Punkten)
  • Kommunikation auf Augenhöhe

Hier ist die Liste schon deutlich kürzer und ich finde die Ansprüche auch nicht übermäßig anspruchsvoll. Ich glaube, was alle Punkte hierbei gut zusammenfasst, ist das Wörtchen „Respekt“.

Was normalerweise in MEINER Antwort-Mail steht

  • Ein Dank für die Anfrage und eventuell warum sie zu mir und meinem Blog passt
  • Genaue Angaben, wie ich mir die Zusammenarbeit und Umsetzung vorstelle (sofern nicht bereits in der Anfrage genannt, bzw. noch einmal zusammengefasst oder ausgeweitet)
  • Eventuell Rückfragen, sofern etwas unklar ist oder bei anderen Vorstellungen / Vorschlägen
  • Gegebenenfalls ein preisliches Angebot (Achtung: Möchtet ihr für Beiträge Honorar verlangen, müsst ihr nach deutschem Recht vorher ein Gewerbe anmelden!)
  • Freundliche Abschlussformel und ausführliche Signatur (Links zu Blog und/oder Social Media, Adresse, Telefonnummer)
  • Aktuelles Media Kit (Ohne geht es auf Dauer nicht! In eurem Media Kit sollte eine kurze Beschreibung von euch und eurem Blog vorhanden sein, die wichtigsten Daten und Zahlen, eure Kooperationsbedingungen, Preise und wenn ihr möchtet auch Links zu Beiträgen, auf die ihr besonders stolz seid. Ihr könnt euch bei der Gestaltung (Design, Layout) kreativ austoben, aber bitte kurz und knackig.)

Von da an nimmt es meistens seinen Lauf und man hangelt sich von Mail zu Mail bis zum fertigen Blogpost.

Generell gilt meiner Meinung nach aber noch:

  • Lasst euch nichts aufdrängen und euch nicht zu etwas überreden, was ihr nicht wollt. Bekommt ihr ein flaues Bauchgefühl oder fühlt euch schlecht behandelt, habt den Mut, die Kooperation abzusagen und sagt bloß nicht aus Nettigkeit zu. Eine Kooperation an der Stelle zu beenden ist besser, als wenn ihr hinterher unglücklich seid oder nicht hinter dem Beitrag stehen könnt. Euer Blog, eure Spielwiese: Ihr bestimmt den Content und sollt Spaß bei der Arbeit haben. Passt es nicht, findet halt einfach keine Kooperation statt.
  • Seid höflich und lest die Mail lieber mehrmals Korrektur: korrekte Anrede, klare und freundliche Formulierung sind ein Muss, Rechtschreibfehler sollten vermieden werden.
  • Später: Haltet euch an die besprochenen Punkte der Kooperation, ihr wollt immerhin selbst auch seriös rüberkommen. Ich schicke meist (wenn besprochen) vor Veröffentlichung eine Vorschau, bzw. nach Veröffentlichung stets den Beleglink.

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Bei Karin von Innen&Aussen, Nadine von Shoppination, Carina von Creams Beautyblog und Claudia von Beauty Butterflies findet ihr heute auch Tipps zum Umgang mit Koop-Anfragen.

Wie geht ihr mit Anfragen um? Gibt es eurer Meinung nach noch weitere, wichtige Punkte?

Und nicht zu vergessen:
Welche Themen würden euch für kommende Blogger Talks noch interessieren? 🙂

15 Kommentare

  1. Auch eine sehr coole Umsetzung des Themas! Und ich stimme dir zu! War wieder sehr schön mit Euch 🙂

  2. Ein interessanter Beitrag, der gerade für mich als „junger Blog“ doch sehr wichtig ist. Vielen Dank dafür:)
    Liebe Grüße
    Nadine

  3. Hallo Liebe Nani,
    ich hätte da auch einmal ein Anliegen 🙂 Den Post finde ich super und würde ihn sehr gerne bei mir unter „Lesenswertes“ (neuer post in Planung) verlinken. Könntest du mir eventuell ein Bild von deinem Blog zur Verfügung stellen, das ich dafür benutzen darf?
    info[@]visagistinmaya.de
    Ganz großes Dankeschön, Maya

  4. Ich finde es immer sehr interessant zu lesen, wie andere Blogger mit Kooperation umgehen. Ein toller Artikel 🙂

    LG Manuela
    Blush & Sugar

  5. Danke, aus diesem Post nehme ich mir viel mit. Das ist super hilfreich – tausend Dank. ♥

  6. Sehr schön und ausführlich geschrieben und gerade die negativ Punkte bei Anfragen finde ich sehr hilfreich (jetzt nicht für mich, aber für viele andere, die da einfach noch nicht so die Erfahrungen haben). Mit einem Mediakit arbeite ich persönlich allerdings fast gar nicht. Ich habe vor paar Monaten mal eins erstellt, habe es vielleicht 2-3x mitgeschickt, wenn gefragt wurde, aber das wars auch. Sicherlich ist das um einiges „professioneller“ wenn man es nutzt, aber als ein MUSS empfinde ich es nun überhaupt nicht. Bei mir lief bisher auch alles gut ohne ^^ ich entscheide gerade bei Bedingungen für die Koop und bei Preisen individuell und daher ist das für mich nicht so sinnvoll. Zahlen werden erfragt, wenn sie gewünscht sind und Infos über den Blog allgemein stehen eben auf meinem Blog. Daher für mich einfach kein Muss ^^

    • Es kommt halt drauf an, mit wem man zusammenarbeitet und in welcher Form. Viele fragen i.d.R. ein Media Kit an, ob nun für Samples, Aufnahme in einen Verteiler oder auch bei bezahlten Koops. Generell finde ich ein Media Kit einfach wichtig – auch für einen selbst. So behält man den Überblick, wie man sich über die Zeit weiterentwickelt.
      Die Firmen / Agenturen zum Nachlesen der Zahlen auf den Blog zu verweisen, finde ich wiederum unschön. Für sowas haben die PRler auch einfach keine Zeit, und genau dafür ist das Media Kit eben da.
      Aber gut, jeder macht es anders, und daher steht ja auch im Beitrag, dass es MEINE Art und Weise ist. 😉

  7. Tolles Thema! Genau sowas hab ich gesucht! Ich finde es sehr gut, dass du zudem noch aufgelistet hast was du in eine Antwort packst. Das hilft mir echt weiter, vielen Dank dafür. 🙂

    Liebste Grüße
    Sylwie

  8. Sehr schön präzise erklärt und auf den Punkt gebracht. Vielen Dank

  9. Ich kann den Vorrednerinnen nur zustimmen, sehr gut erklärt. 🙂

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