Walking in a Winter Bloggerland: Veganes Weihnachtsdinner

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Heute öffnet sich bei mir das Türchen des alljährlichen „Walking in a Winter Bloggerland“ Adventskalenders für euch. Der Kalender will dem ganzen Konsumwahn und den mittlerweile unzähligen Gewinnspielkalendern ein bisschen entgegenwirken, und wir möchten euch im Dezember kreative und inspirierende Beiträge zeigen, mit denen ihr eure Weihnachtszeit schön(er) gestalten könnt. 🙂

Ich dachte mir, ich zeige euch heute eine Idee für ein schickes Weihnachtsdinner – denn neben Geschenken und Gemütlichkeit ist Essen einfach ein wichtiger Bestandteil der Feiertage, seien wir doch mal ehrlich. 😀 Aber wer kennt es nicht: Quasi beginnend mit Heiligabend ist man die nächsten Tage einfach dauerhaft voll und überfressen, und freut sich fast schon auf das Ende der Feiertage, damit man essenstechnisch wieder einen Gang runterschalten kann. Das muss aber nicht sein, denn man kann auch gediegen essen, ohne schlimmes Völlegefühl und schlechtes Gewissen.

Bei uns gibt es jedes Jahr an einem der Weihnachtsfeiertage ein veganes Dinner zusammen mit meinem Bruder und seiner Freundin, und ich freue mich immer aus zweierlei Gründen darauf: zum einen weiß ich, dass ich hinterher nicht übervoll sein werde und zum anderen liebe ich es, mich mit neuen, ausgefallenen Rezepten zu beschäftigen.

Von mir gibt es also heute eine Inspiration für ein veganes Weihnachtsessen, das wirklich unglaublich lecker schmeckt und sich definitiv lohnt nachzukochen. 🙂

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Wir haben uns im letzten Jahr für ein Dinner bestehend aus Linsen-Nuss-Braten mit Zwiebel-Sauce, Kürbisspalten und Klößen und als Beilage Rotkrautsalat entschieden. Super lecker und absolut weihnachtstauglich – auch optisch, findet ihr nicht? Der Rotkrautsalat ist in meiner Familie Tradition und den gab es bereits in meiner Kindheit jedes Jahr an den Weihnachtstagen. Diese Tradition versuche ich beizubehalten und bin daher sehr froh, dass er sich in ein veganes Dinner integrieren lässt. Bei den Klößen habe ich es mir einfach gemacht, um etwas Zeit zu sparen, und sie fertig gekauft. Aber Achtung: Nicht jede fertige Sorte ist komplett vegan! Die einzige Sorte in meinem Supermarkt, die komplett ohne tierische Produkte auskommt, ist tatsächlich von der Rewe Eigenmarke.

Kommen wir zu den einzelnen Rezepten:

Klöße

Nach Packungsanleitung zubereiten: in kaltem Salzwasser quellen lassen, dann aufkochen und köcheln. Abschrecken und „pellen“.

Linsen-Nuss-Braten

Zutaten (für 4 Portionen)
250 g Linsen (rote oder Beluga)
100 g gemahlene Haselnüsse
100 g gehackte Haselnüsse (oder auch Walnüsse)
100 g Erbsen (TK)
100 g Mais
500 ml Gemüsebrühe
2 Knoblauchzehen
1 Zwiebel, mittelgroß
2 EL (Soja)Mehl
2 EL Wasser
1 TL gemahlener Ingwer
Salz & Pfeffer
Cayennepfeffer
etwas Öl

Zubereitung

Die Linsen nach Packungsangabe in der Gemüsebrühe bei niedriger Temperatur garen, bis sie relativ trocken sind. Knoblauch und Zwiebel häuten und in kleine Würfel schneiden, dann in etwas Öl andünsten. Die tiefgekühlten Erbsen in Wasser kurz aufkochen, dann abgießen. Mais abtropfen lassen. Das Mehl mit 2 EL Wasser glatt rühren.

Nun Linsen, Erbsen, Mais, gemahlene Haselnüsse, Ingwer, Knoblauch und Zwiebelwürfel in einer Schüssel gut vermengen und mit Salz, Pfeffer und etwas Cayennepfeffer würzen. Die Mehl-Wasser-Mischung unterheben.

Die Bratenmasse auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech zu zwei gleichmäßigen, länglichen Braten formen und andrücken. Anschließend beide Braten mit den gehackten Nüssen ummanteln und diese etwas andrücken, damit sie nicht abfallen.

Bei 180 °C Umluft werden die Braten dann gute 45 Minuten im Ofen gegart. Schaut hin und wieder rein, damit sie nicht zu dunkel werden (gegebenenfalls mit etwas Alufolie abdecken).
Nach der Backzeit aus dem Ofen nehmen und in Scheiben schneiden.

Zwiebel-Sauce

Zutaten
1 EL Sojasauce
1 EL Tomatenmark
1 Zwiebel
1 Lorbeerblatt
1 TL Paprikapulver
2 EL Öl
150 ml Wasser

Zubereitung

Die Zwiebel häuten und würfeln, dann in etwas Öl anbraten. Sie sollten dabei leicht gebräunt werden für ein Röstaroma, aber nicht anbrennen.

Nun Tomatenmark dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Sojasauce dazugeben und mit dem Wasser ablöschen. Das Ganze kurz aufkochen und dann bei niedriger Temperatur einkochen lassen.

Kürbisspalten

Zutaten
1 Butternut Kürbis (andere Sorten gehen aber auch)
6 EL Olivenöl
Paprikapulver (scharf & edelsüß)
Salz & Ofeffer
1 TL Zucker
Kreuzkümmel
1 TL Zimt

Zubereitung

Kürbis schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. In einer Schüssel mit Öl und den Gewürzen vermischen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 30 Minuten backen.

Für das Dinner habe ich sie einfach auf ein separates Blech gelegt und zusammen mit dem Linsen-Nuss-Braten gebacken.

Rotkrautsalat

Zutaten
1 kleiner Rotkohl
1 Zwiebel, mittelgroß
Salz & Pfeffer
Weißweinessig
Sonnenblumenöl

Zubereitung

Dieser Salat lässt sich bereits wunderbar am Vortag vorbereiten, da er besser schmeckt, je länger er durchziehen konnte.

Den Rotkohl etwas putzen, halbieren und den Strunk herausschneiden. Dann mit einem Hobel oder Gemüseschneider in feine Streifen schneiden. In einen großen Topf geben und mit Wasser aufgießen. Vorsichtig aufkochen und köcheln lassen, bis er gar / weich ist (ca. 1 Stunde). Anschließend in ein Sieb gießen und das gekochte Rotkraut dann in eine Schüssel geben.

Zwiebel häuten und in feine Würfel schneiden. Danach mit ca. 6 EL Essig und 3 EL Pflanzenöl mischen und mit Salz & Pfeffer abschmecken.

Das Dressing über den Rotkohl geben und gut durchmischen. Man kann sehr schön beobachten, wie die Farbe des Rotkohls von lila-blau zu rosa wechselt.

Mindestens eine Stunde ziehen lassen, am besten aber über Nacht.

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Auch wenn es nach viel Essen klingt und ausschaut, so kann ich euch versichern, dass ihr hinterher satt, aber nicht überfressen sein werdet. 🙂 Das war für uns das erste Weihnachtsessen ohne jegliches Völlegefühl und ich freue mich bereits auf unser diesjähriges veganes Essen (Da wird es dieses Mal aber etwas anderes geben. Sofern ich Zeit für Fotos habe, stelle ich euch mein Dinner auch noch hier vor).

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Gestern hatte sich das Türchen bei Elli von Obstgartentorte geöffnet und morgen geht es bei Vicky von My Mirror World weiter. 🙂

Was meint ihr:
Könntet ihr euch dieses Gericht auch für euer Weihnachtsessen vorstellen oder mögt ihr es lieber „klassisch“?

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9 Kommentare

  1. Oh der Linsenbraten sieht köstlich aus, klingt sehr lecker mit den Nüssen. Ich habe vor kurzen einen Kichererbsenbraten gepostet, mit Linsen möchte ich es auch mal probieren!
    Falls du mal vorbeischauen möchtest:
    http://excusemebutitsmylife.blogspot.ch/2015/12/veganer-kichererbsenbraten.html
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  2. Ich bin zwar keine konsequente Veganerin, esse aber extrem gerne vegan und bin dir sehr dankbar für die Inspiration! Vielleicht wird das sogar ausprobiert, abgespeichert habe ich es mir schon.

  3. Also ich finde, das hört sich ausgesprochen lecker an! Natürlich bin ich voreingenommen, da ich schon seit vielen Jahren Vegetarier bin und oft „zufällig“ auch vegan esse, aber nein ehrlich, Linsenbraten find ich super! Ich liebe auch Linsenbolognese oder die traditionelle Linsensuppe, also immer her mit dem Braten!
    LG, Jay

  4. 1. Danke für das entgegenwirken dieses ‚Adventskalenderwahnsinns‘!
    2. Danke für das Rezept! 😀
    Finde es wunderbar, dass ihr mal auf tierische Produkte verzichtet, denn gerade an solchen Feiertagen wird so unendlich viel Fleisch und Fisch gekauft aber im Endeffekt nicht gegessen. Damit ist das Sterben ja ’noch mehr‘ umsonst gewesen! Hatte Jahrelang immer Probleme an Heiligabend überhaupt annähernd satt zu werden, da meine Familie immer sehr traditionell gekocht hat. Und weil ich noch nie gerne Fleisch/Fisch gemocht habe und vor einiger Zeit Vegetarierin geworden bin, habe ich mich gefreut, wenn die Feiertage endlich vorbei waren und ich wieder etwas Leckeres essen ‚konnte‘ 😀

  5. Mmh, das sieht aber echt gut! Also gerade zu Weihnachten habe ich schon gerne auch Fleisch dabei, grundsätzlich bin ich aber jemand, der auch gerne vegetarisch isst. So viel Fleisch brauche ich nicht. lg

  6. Das klingt ja köstlich und da ich immer offen für neue Rezepte bin, speichere ich mir das direkt ab. 🙂
    liebst Elisabeth-Amalie

  7. Oh wow, das sieht richtig lecker aus! Und dabei bin ich eigentlich kein Fan von veganem Essen (mal abgesehen von Pomodoro-Pasta vielleicht…)
    Liebe Grüße

  8. Das klingt sehr lecker, werde ich auch mal ausprobieren.
    Seit ein paar Jahren isst meine Mama nur noch vegetarisch, somit gibt es nicht mehr Ente und co., was für uns aber auch vollkommen okay ist.
    Ich bin gespannt, was euer dies jähriges Menü umfasst. 🙂
    Viele Grüße
    Kia

  9. Vielen Dank für die Anregung! Es gibt so leckere vegane Rezepte – viele denken da gar nicht dran.
    Am Heiligabend machen wir ein Gemüse-Fondue mit Rosenkohl, Blumenkohl, Champignons, gefüllten Wirsingröllchen, Tofu und verschiedenen Dips. Darauf freue ich mich schon riesig 🙂

    LG

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