{Food Friday} Illusion Cake – Schwebekuchen mit M&M’s

 

Anfang des Jahres hatte ich mir vorgenommen, vermehrt außergewöhnliche Kuchen zu backen, wenn sich der Anlass bietet und die Zeit dafür da ist. Mein Bruder bekam bereits einen → Zauberwürfel Fondant-Kuchen, und als mein Schatz vor kurzem Geburtstag feierte, wollte ich wieder die Backfee spielen. Schon vor Monaten bin ich im Internet über einen so genannten „Illusion Cake“ gestolpert und war von der Optik dermaßen fasziniert, dass ich ihn unbedingt selbst backen wollte.
So genial er aussieht, so einfach ist doch das Prinzip dahinter, denn die Schokolinsen fallen natürlich nicht wirklich aus der frei schwebenden Tüte heraus, sondern müssen in Feinarbeit vorher mit flüssiger Schokolade entlang eines Holzspießes geklebt werden. Man muss für so einen Kuchen absolut genügend Zeit einplanen, den gerade das Anbringen der „fallenden“ Linsen dauert ein paar Stunden (mit Schokolade bestreichen, positionieren, trocknen lassen, und wieder von vorn).
Die viele Arbeit lohnt sich aber auf jeden Fall spätestens dann, wenn man in die erstaunten Gesichter von Geburtstagskind und Gästen blickt. Ich war jedenfalls mächtig stolz auf mein Werk, auch wenn mich der Kuchen den ein oder anderen Nerv gekostet hat. ^^ Ich möchte euch heute verraten, wie ich ihn gemacht habe, und den ein oder anderen Tipp da lassen, über den ich vorher sehr dankbar gewesen wäre. Denn so easy, wie es auf schön zurecht geschnittenen YouTube Videos stets aussieht, ist die Herstellung leider nicht immer.
Als Basis könnt ihr übrigens jegliche Art Rührkuchen nehmen. Ich habe mich für einen irischen Schoko-Whiskey Kuchen entschieden, der zwar richtig schokoladig, dafür aber nicht ganz so süß war, denn das Topping ist bereits eine Kalorienbombe für sich.

 


Zutaten

für die Kuchenbasis:

400 g Schokolade, zartbitter
125 ml irischer Whiskey
375 ml starker Kaffee, abgekühlt
200 g Butter
300 g Zucker
3 Eier, Größe M
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
2 Päckchen Bourbon-Vanille-Zucker
250 g Mehl

etwas Fett und Mehl für die Form
Springform Ø 26 cm

für die Verzierung und den Schwebeeffekt:

Schokoganache (200 g Schlagsahne, 400 g Zartbitter-Schokolade)
ungefähr 3 Packungen M&M’s (oder 600 g jeglicher Art Schokolinsen oder -kugeln)
ungefähr 40 Schokoriegel (ich habe Kit Kat genommen)
2 Holzspieße (Schaschlikspieße)
100 g Schokolade (zartbitter) zum Kleben
Frischhaltefolie

Weiterhin:
große Tortenplatte (einiges größer als der Durchmesser des Kuchens)


Zubereitung

Schritt 1: Den Kuchen als Basis herstellen

Als erstes die Schokolade zerbrechen und in einem Wasserbad schmelzen. Beiseite stellen und leicht abkühlen lassen (die Schokolade sollte aber weiterhin flüssig sein.) Die angegebene Menge Schokolade ist übrigens kein Tippfehler, es muss wirklich so viel Schokolade in den Kuchen, und er wird göttlich schmecken!
In einer Schüssel Mehl, Backpulver und Salz vermengen, sowie in einem Gefäß den Whiskey mit Kaffee mischen (macht den Kaffee am besten schon morgens, damit er vollständig erkalten kann, bis der Kuchen gebacken wird). Butter, Zucker und Bourbon-Vanille-Zucker separat schaumig schlagen und dann die Eier nacheinander einrühren. Nun kommt noch die geschmolzene Schokolade hinzu. Alles gut miteinander verrühren.
Abwechselnd werden nun die Mehlmischung und der Whiskey-Kaffee-Mix eingerührt. Am Ende sollte ein glatter Teig herauskommen, der insgesamt aber recht flüssig ist. Das macht gar nichts, denn er wird beim Backen später fest.
Die Masse gießt ihr nun in eine gefettete und gemehlte Springform. Bei 165°C Umluft sollte der Kuchen nun ca. 60 Minuten backen. Macht am besten die Stäbchenprobe: nach der Backzeit sollte fast nichts mehr am Stäbchen kleben bleiben. Minimal ist aber okay, denn der Kuchen behält einen leicht feuchten (nicht flüssigen!) Kern.

Nach dem Backen abkühlen lassen, dann aus der Form nehmen und auf der Kuchenplatte platzieren (nicht mittig, sondern mit etwas Platz nach hinten versetzt, damit die Schokolinsen später vom Kuchen auf die Platte „fallen“ können).

Tipp: Macht den Kuchen am besten am Vortag, so kann er komplett auskühlen, die Aromen können sich besser entfalten und die Ganache-Schicht kann komplett fest werden.

Schritt 2: Bestreichen mit Ganache

Während der Kuchen backt, könnt ihr euch schon an die Ganache machen, denn auch sie braucht noch etwas Zeit zum Abkühlen.
Für eine feste Ganache erhitzt ihr 200 g Schlagsahne, bis sie leicht köchelt. Nehmt sie vom Herd. Dann gebt ihr die vorher gehackte Schokolade dazu und lasst sie ein paar Minuten in der Sahne ruhen um sie aufzuweichen. Anschließend könnt ihr sie mit einem Löffel verrühren, bis alles aufgelöst eine gleichmäßige Masse entstanden ist.

Wenn ihr den Kuchen noch am gleichen Tag bestreichen wollt, stellt die Ganache in den Kühlschrank (oder kurz ins Eisfach), damit die Masse fest wird. Ansonsten könnt ihr sie einfach über Nacht in einen kalten Raum stellen (z.B. Keller). Vor dem Bestreichen solltet ihr die Ganache dann noch einmal mit einem Handmixer aufschlagen, bis sie dicklich-cremige Konsistenz (wie bei etwas festerer Nutella) bekommt. Anschließend könnt ihr den Kuchen damit komplett einstreichen.

Schritt 3: Die Schokoriegel positionieren und die Schokolinsen verteilen

Ist der Kuchen mit Ganache bedeckt, kommen die Schokoriegel zum Einsatz. Bis auf eine ca. 15 cm breite Lücke an der Front der Kuchenplatte werden nun die Riegel um den Kuchen verteilt und leicht angedrückt, bis sie halten. Durch die Ganache halten sie von allein und sobald diese wieder erkaltet ist, kleben die Schokoriegel komplett fest.

Tipp: Solltet ihr Angst haben, dass sich die Riegel doch wieder lösen könnten, dann nehmt ein Stoffband und bindet es rund um den Kuchen, um die Riegel zu stabilisieren. Ihr könnt es dann später einfach wieder entfernen.

Auf dem Kuchen wird nun eine Ebene bestehend aus Schokolinsen gebildet. Hierfür schneidet ihr die Packung der Schokolinsen an einer Ecke auf (nicht zu groß, nicht zu klein, denn wir benötigen sie später noch als Deko für den Schwebeeffekt) und fühlt die Linsen in eine Schüssel. Nun könnt ihr sie nach und nach auf dem Kuchen verteilen und leicht andrücken. Beklebt auch die offene Lücke mit Schokolinsen und streicht noch etwas Ganache auf die Tortenplatte vor der Lücke, auf die ihr dann ebenfalls Linsen klebt. So schaut es aus, als würden die Schokolinsen vom Kuchen kullern, obwohl sie bombenfest halten.

Tipp: Ich habe mich für M&M’s entschieden, da ich den Kuchen möglichst bunt haben wollte. Zu meinem Glück gab es aktuell eine limitierte Version der normalen M&M’s, die drei Mal größer waren. Dadurch hatte ich die Fläche recht schnell bedeckt und auch beim Bekleben des Stiels habe ich mir einiges an Arbeit erspart.

Hinweis: Ich habe den Kuchen anschließend mit Alufolie bedeckt und über Nacht in den Kühlschrank gestellt, damit alles schön fest wird. Das Problem war allerdings, dass die M&M’s dadurch Feuchtigkeit gezogen haben und stark verblasst sind. Ich würde euch also empfehlen, den Kuchen eher in einen kalten Raum zu stellen. 

Schritt 4: Der Schwebeeffekt

Soweit die Pflicht, nun kommt die Kür: Das Erstellen des Schwebeeffekts ist eine ziemliche Fitzelarbeit und benötigt viel Zeit. Ich habe für das Bekleben des Stiels gute 2 Stunden gebraucht.
Zerhackt 100 g Schokolade und schmelzt sie in einem Wasserbad. Stellt sie anschließend beiseite, damit sie etwas erkaltet.

Um den Schwebeefekt zu erzeugen, nehmt ihr die beiden Holzspieße und steckt sie in eine hintere Ecke des Kuchens (es muss aber genügend Platz drum herum sein, um die Schokolinsen trichterförmig daran anzukleben). Jetzt könnt ihr mit dem Ankleben der Linsen beginnen – von unten nach oben.

Tipp: In allen Rezepten, die ich für den Kuchen gesehen habe, sollte man nun direkt die Linsen mit Schokolade bestreichen und ankleben. Dafür ist die Schokolade aber viel zu flüssig und das Ankleben würde ewig dauern! Stattdessen habe ich die Schokolade soweit erkalten lassen, dass sie nur noch dick-cremig war. Dadurch hielten die M&M’s besser und ich konnte schneller arbeiten.

Ich habe mich kreisförmig um die Spieße herum nach oben gearbeitet und dabei auch darauf geachtet, dass sich die Farben etwas abwechseln (am besten funktioniert es, wenn ihr die Linsen vorher in eine Schüssel abfüllt). Zwischen den einzelnen Linsen braucht es immer ein bisschen Zeit, bis ihr weitermachen könnt, damit nichts verrutscht oder abbricht. Seid ihr mit der Feinarbeit fertig, lasst dem Spieß noch eine gute halbe Stunde Zeit, um richtig fest zu werden.

Nun nehmt ihr euch eine der übrig gebliebenen M&M Verpackungen und befüllt sie mit zusammengeknüllter Frischhaltefolie. So wirkt die Tüte später zum einen noch wie prall gefüllt, außerdem hält sie auf dem Spieß dann besser. Steckt sie vorsichtig auf das obere Ende des Spießes und rückt sie noch ein wenig in die richtige Position.

Tipp: Um eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, wie genau die einzelnen Schritte aussehen und wie ihr vorgehen könnt, schaut euch → dieses Video dafür an.

Im Prinzip ist euer Schwebekuchen nun fertig und kann serviert werden. 🙂

Angeschnitten werden kann das Ganze übrigens wie ein ganz normaler Kuchen. Es braucht nur etwas Gefühl, das Messer zwischen den M&M’s entlang zu drücken. Die Schokoriegel außen sind allerdings eine prima Hilfe zur Bestimmung der Größe der einzelnen Stücke.

 

 

So genial der Kuchen aussieht, so mächtig ist er aber auch. Mehr als ein Stück hat keiner von uns an dem Tag geschafft, und insgesamt haben wir mit mehreren Personen einige Tage an dem Kuchen gegessen. Aber verdammt lecker war’s! ^^

Was sagt ihr zu meinem Illusion Cake?

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12 Kommentare

  1. Wer möchte bitte nicht so einen genialen Kuchen zum Geburtstag??? *__*

  2. :O Wahnsinn!

  3. WOW! Das sieht absolut genial aus! Hut ab!!!! Ich hätte da ja nicht die Geduld für 🙂

    Liebe Grüße
    Ramona

  4. Hammergeil! 🙂

  5. Der ist so geil! Ich kenne solche Kuchen auch von Youtube, es sieht einfach genial aus! lg

  6. Wow, soooo toll! Viel zu schade zum Essen eigentlich 😉

  7. Wow der sieht absolut klasse aus ❤

  8. So ein genialer Kuchen 😀 Wäre mir selbst zu viel Aufwand aber ich denke, es hat dir ganz viel Spaß gemacht!

  9. Der absolute Wahnsinn! Das sieht so genial aus! Mir würde die Ruhe dazu fehlen. Ich bewundere sowas! Ganz toll gemacht!

  10. Ich hab den Kuchen ja schon auf Insta bewundert 🙂 Danke für die Ausführliche Anleitung. Irgendwann möchte ich auch mal so einen Kuchen backen 🙂
    Liebe Grüße,
    Ani

  11. Der Kuchen sieht ja klasse aus! Er ist dir wirklich gut gelungen 🙂

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