Eine Botschaft an mein jüngeres Ich

In Kooperation mit Gillette Venus

 

Gillette Venus hat dazu aufgerufen, sich ein paar Gedanken zu machen, und zwar darum, was man seinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben würde. Heutzutage ist das Schubladendenken immer mehr ein Thema und junge Frauen fühlen sich noch verunsicherter, als es vielleicht noch zu „meiner“ Zeit war. Gerade da ist es sinnvoll, sie sprichwörtlich an die Hand zu nehmen und ihnen als Erwachsener ein paar Ratschläge mit auf den Weg zu geben, die man in dem Alter damals wohl auch selbst gebraucht hätte. Wichtig ist vor allem, sich darüber im Klaren zu sein, dass niemand das Recht hat, einem anderen ein bestimmtes Etikett aufzukleben und zu sagen „Das bist du“. Jeder Mensch hat unzählige Facetten – und nicht alle sind auf den ersten, nicht einmal auf den zweiten Blick erkennbar. Außerdem sollte man die Leute einfach reden lassen, wenn sie meinen, einem irgendein Klischee attestieren zu wollen. Die Meinung anderer (gerade bei Vorurteilen) lässt sich oft nur schwer ändern, aber wichtig ist, was man selbst von sich denkt und dass man sich nicht durch andere verunsichern oder falsch beeinflussen lässt. Weder durch Lehrer, Freunde oder auch die eigene Familie, und schon gar nicht durch Fremde.

Wenn ich mir nun überlege, was ich meinem jüngeren Ich von 15 / 16 Jahren sagen würde (mal angenommen, ich würde *schwupps* in der Zeit zurückreisen können), dann würde das Ganze eigentlich und überwiegend unter dem Motto „Trau dich und geh deinen eigenen Weg“ laufen.
In meiner Teenagerzeit gab es oft Momente, in denen ich mich unglaublich ungerecht behandelt gefühlt habe, weil mir durch irgendjemanden ein bestimmtes Etikett aufgedrückt wurde, mit dem ich nicht klar gekommen bin, da ich mich selbst so nicht gesehen habe. Beispielsweise wollte ich immer etwas mit Sprachen machen und auf jeden Fall schreiben, aber mein Deutschlehrer sagte mir einmal: „Ich würde dir nicht empfehlen, den Deutsch-LK zu belegen. Du kannst zwar fabelhaft schreiben, aber du bist einfach zu still.“ Bäm! Ich war tierisch enttäuscht davon, gleichzeitig aber auch so verunsichert, dass ich dem vermeintlichen Rat gefolgt bin. Eine Sache, die ich bis heute bereue. Trotzdem hat mich die Aussage nicht daran gehindert, u.a. Germanistik zu studieren. Wie ich schon sagte: „Trau dich“ lautet das Motto.
Ich halte mir heute aber ganz gern den Spruch vor Augen: I may not have gone where I intended to go, but I think I have ended up where I intended to be“ (Ich bin vielleicht nicht den Weg gegangen, den ich vorhatte zu gehen, aber ich bin da angekommen, wo ich sollte.). Alles in allem bin ich heute doch zufrieden, auch wenn in der Vergangenheit so manche Hürde vor mir lag. Manchmal habe ich sie überwunden, manchmal habe ich an ihr kehrt gemacht und einen anderen Weg eingeschlagen. So ist das Leben nun mal.

Ich war als Teenager (und teils noch bis in die Zwanziger) wirklich sehr schüchtern, habe mich leicht verunsichern lassen und vieles nicht getraut. Das Vertrauen in mich selbst und der Mut, sich auch an unbekannte Dinge heranzuwagen oder entgegen der Meinung anderer zu handeln, fehlte einfach. So etwas ist ja irgendwie auch absolut normal – als junger Mensch muss man erstmal ins Leben finden, seine Grenzen langsam austesten und sich an viel Neues herantasten. Der Weg vom Jugendlichen zum Erwachsenen ist manchmal einfach verdammt schwer. Dennoch gab es einfach Situationen, da hätte ich mir jemanden gewünscht, der mal gesagt hätte „Hey, du bist super, so wie du bist“ oder „Du packst das, mach einfach“ oder auch „Die Idee find ich super, das solltest du durchziehen, lass dir von keinem was anderes erzählen“. Wisst ihr, was ich meine? Einfach ein bisschen Bestätigung auf allen Ebenen. Vielleicht ging es euch in eurer Jugend (oder vielleicht sogar gerade jetzt) ganz genauso wie mir früher.
Diese positive Bestätigung ist absolut wichtig, um gegenüber negativen Einflüssen wie ein Fels in der Brandung stehen zu können, denn oft wird man in Schubladen gesteckt – nicht nur als Jugendlicher, auch später noch, denn es hört im Prinzip nie auf – aber man muss einfach wissen, wie man damit umgehen sollte. Man darf sich davon auf seinem Lebensweg keinesfalls einschränken oder beeinflussen lassen, sondern sollte stets sein eigenes Ding durchziehen. Man hat nur dieses eine Leben und es wäre viel zu schade, es nur für andere zu leben.

Was ich meinem jüngeren Ich also mit auf den Weg geben würde, wären folgende Ratschläge:

Trau dich! 

Du möchtest gern etwas tun, aber bist dir unsicher? Hast Angst vor der Reaktion anderer oder hörst zu viele Bedenken (das passt nicht zu dir, das bist du nicht, …)? Wage einfach den Sprung ins kalte Wasser, denn es wird sich lohnen. Man weiß immer erst hinterher, ob die Entscheidung richtig oder falsch war, aber wenn du den Schritt nicht wagst, wirst du dich immer fragen, was gewesen wäre, wenn… Auch wenn sich hinterher rausstellen sollte, dass die Idee doch dumm war und es in einer negativen Erfahrung endet – das macht überhaupt nichts, denn auch daran wächst man in seiner Persönlichkeit und Lebenserfahrung. Es ist sehr viel besser, Dinge einfach zu tun, als später eine ganze Reihe verpasster Chancen und Momente auf der Liste zu haben.

Reise viel und oft. 

Sei nicht schüchtern, sondern strecke die Fühler aus. Die Welt hat so viel zu bieten und du erweiterst im wahrsten Sinne deinen eigenen Horizont. Später wirst du vielleicht nicht mehr die Zeit, den Mut oder die finanziellen Möglichkeiten haben, so oft unterwegs zu sein oder dich in richtige Abenteuer zu stürzen.

Du bist gut genug! 

Lass dir von niemandem, ob nun bekannt oder unbekannt, einreden, du wärst irgend etwas nicht wert. Du bist toll so wie du bist. Egal wie du aussiehst, egal worauf du stehst. Die Meinung anderer dazu ist absolut unwichtig, darauf solltest du nichts geben. Die Hauptsache ist, dass du in den Spiegel gucken kannst, stolz auf dich bist und dich wohlfühlst.

Go with the flow.

Mach dir keinen Stress, wenn Dinge, die du erreichen willst, nicht auf direktem Weg erreichbar sind. Es wird sich alles fügen, und wenn nicht, sollte es nicht so sein. Du wirst da ankommen, wo du hin sollst.

Träume sind wichtig!

Glaub an deine Träume und lass dir von niemandem sagen, dass sie Quatsch wären oder nicht zu dir passen. Ganz egal, wie sie auch klingen – ob verrückt, sinnlos, aufwendig, kompliziert, whatever. Deine Träume sind es wert, (aus)gelebt zu werden.

Verbringe viel Zeit mit den Menschen, die du liebst. 

Du weißt nie, wie lange sie Teil deines Lebens sein werden. Manche Menschen begleiten dich auf der Lebensreise nur für eine Weile, andere sind auf ewig bei dir. Aber da man nie weiß, wie lange jemand in deinem Leben ist, solltest du jeden Moment mit der Person zu schätzen wissen und ein Treffen nicht immer wieder aufschieben. Verschwende dafür aber keine wichtige Zeit an Menschen, die dir die Energie aussaugen, dich dazu bringen, dich schlecht zu fühlen und kein Vertrauen in dich haben.

Hör auf dein Bauchgefühl. 

Es hinten an zu stellen und rational nach dem Kopf zu handeln, oder sogar nach der Meinung anderer, ist nicht unbedingt das Richtige. Dein Bauch hat meistens recht, aber dieses Gefühl wächst mit der Lebenserfahrung – ob nun positiv oder negativ.

Bereue nichts, was du getan oder entschieden hast.

Stehe zu deiner Entscheidung, egal ob sie hinterher richtig oder falsch wahr. In dem Moment, wo du sie getroffen hast, war sie richtig und wichtig für dich.

Lebe jetzt und lebe dich aus!

Sei auch mal verrückt – färb dir die Haare bunt oder lass dir einen krassen Haarschnitt verpassen. Wechsle die Modestile nach Lust und Laune. Geh zum Bungee Jumping oder Paragliding. Mach einen Tauchschein. Probiere verschiedene Sportarten aus. Geh auf Konzerte. Egal was, mach wonach dir der Kopf steht und probiere aus, was deine eigene Welt bunter macht. Sammle einfach viele (mal mehr, mal weniger) verrückte, außergewöhnliche Erlebnisse. Deine „schwachsinnigen“ Ideen von heute können zu tollen Erinnerungen von morgen werden. Du kannst alles sein, tun und werden, was du willst. Du bist nicht bloß schwarz oder weiß, du bist alle Facetten dazwischen und darüber hinaus. 

In diesem Video wird noch einmal wunderbar zusammengefasst, dass man sich selbst nicht bloß kurz mit einem Wort beschreiben kann und so viele Seiten hat, die man zeigen und ausleben sollte. Weitere, inspirierende Botschaften gibt es auf dieser Tumblr-Seite.
Was würdest du deinem jüngeren Ich ans Herz legen, wenn du die Möglichkeit dazu hättest?

 

3 Kommentare

  1. Wow, ich bin gerade total geflasht von den "Tipps" an dein jüngeres Ich. In vielen Punkten finde ich mich voll wieder.

  2. deine Ratschläge finde ich toll…..denn es stimmt. Es gibt nichts schlimmeres als nachzutrauern, was gewesen sein könnte, weil man es nicht probiert hat. Deshalb sage ich meiner Tochter auch immer sie soll es einmal probieren und dann entscheiden, ob es passt oder nicht……ob das nun ein Instrument , Sport oder eine verrückte Haarfarbe ist 😉

    Liebste Grüße
    Marina

  3. Danke für den sehr schönen Post. Ich bin 30, stehe aber momentan an der wohl bisher größten Weggabelung, die das Leben bisher für mich bereitgehalten hat. Deine Ratschläge sind da sehr wertvoll – auch wenn ich einiges natürlich weiß und versuche, so zu handeln, ist es immer gut, sowas nochmal vor Augen zu haben.

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