{Fotografie} Superblutmondfinsternis // Super Blood Moon

Heute gibt es mal keinen klassischen Post hier. Nichts mit Beauty, Food oder sonstigem, sondern mal wieder einen kleinen Exkurs zum Thema „Fotografie“.
Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, gab es in der Nacht von gestern auf heute ein ganz besonderes Naturspektakel zu bestaunen: den so genannten Superblutmond (oder auch #SuperBloodMoon). Die Erde hat sich zwischen Mond und Sonne geschoben, wodurch der Schatten der Erde über den Mond gewandert ist (= totale Mondfinsternis). Dazu kam aber noch, dass der Mond aktuell sehr viel größer erscheint, da er derzeit näher als für gewöhnlich schwebt (= Super). Was das Ganze dann noch abrundete, war die kupferrote Färbung. Diese entstand aufgrund von langwelligem Licht, welches sich um die Erde gebogen hat und den Mond dunkelrot wirken ließ (= Blut). So viel zur wissenschaftlichen Seite. 
Ich wollte mir dieses besondere Schauspiel nicht entgehen lassen, da die nächste totale Superblutmondfinsternis erst 2033 sein wird! Also wurde spontan der Wecker auf 4:30 Uhr gestellt (ab 3:07 Uhr sollte der erste Schatten der Erde auf den Mondrand fallen und von 4:11 Uhr bis 5:23 Uhr die total Mondfinsternis herrschen) und dann *zack* aus dem Bett gesprungen um nach dem Mond Ausschau zu halten. Von unserem Balkon aus hatten wir die perfekte Sicht auf den Blutmond und im Rheingau hatten wir zudem das Glück einer quasi wolkenlosen Nacht – es glitzerten auch viele Sterne und man konnte sogar den Großen Wagen erkennen. Ich  muss zugeben, ich war beim ersten Anblick des Monds schon ziemlich überwältigt.

Natürlich musste ich auch versuchen, das Ereignis fotografisch einzufangen, und hier seht ihr eins der besten Fotos, die ich gemacht habe. Klar, der Mond ist nicht hundertprozentig „scharf“, das Bild rauscht etwas und der Mond wirkt nicht super groß, aber für bessere Aufnahmen braucht es einfach Profi-Zubehör, das ich nicht habe, bzw. die meisten nicht haben werden.

Ich möchte euch dennoch beschreiben, wie ich das Foto gemacht habe, worauf ich geachtet habe und welche Einstellungen wichtig waren:  
Verwendet habe ich meine Canon 700 D Spiegelreflexkamera und mein Teleobjektiv 55 – 200 mm (1:4.5 – 5.6). Wichtig war zum Einen, die Kamera auf einem Stativ anzubringen, da jegliche Aufnahme sonst total verwackelt wäre (gerade bei Nachtaufnahmen ist so etwas essentiell) und ich habe außerdem noch die Aufnahmen per Fernauslöser gestartet. Bei langer Belichtung kann es ansonsten vorkommen, dass man allein durch den Druck auf den Auslöseknopf das gesamte Bild verwackelt. Ich habe die Brennweite voll ausgenutzt (also 200 mm), um den Mond so groß wie möglich aufs Bild zu bekommen. Die Blendenzahl habe ich im manuellen Modus der Kamera auf F/14 eingestellt, um zwar einiges an Licht hineinzulassen, aber nicht zu viel, da ich keine Überbelichtung wollte. Die Belichtungszeit habe ich nach Rantasten auf 5 Sekunden eingestellt und die Lichtempfindlichkeit mit ISO-6400 so hoch wie möglich reguliert, was allerdings etwas Bildrauschen verursacht hat (war auf der Kamera direkt so nicht zu sehen, erst später am PC).

Bei Aufnahmen unter Lichtverhältnissen wie diesen bedarf es also entweder einigem an Erfahrung, um richtig gute Bilder zu schießen, oder einfach Herantasten durch verschiedene Einstellungen. So oder so lohnt es sich, einfach mal auszuprobieren, und man kann hinterher auf jeden Fall stolz auf sein Foto sein.
Ich hoffe, dass euch solche Posts gefallen (gerade, wenn ihr auch an Fotografie interessiert seid, so wie ich), denn ich möchte solche Beiträge gern öfter mal veröffentlichen. Was haltet ihr davon?

13 Kommentare

  1. Tolles Bild. Und da ich slebst Foto-Freak bin – immer her mit weiteren Postings 🙂

  2. Ich finde solche Beiträge super, besonders weil ich gestern Nacht mir auch extra den Wecker gestellt habe und dann kein einziges gutes Foto hinbekommen hab:( Hab aber auch leider kein Stativ. Nun ja, ich bin ja nicht nur für die Bilder aufgestanden, sondern für das Erlebnis – ansich, von da her ist es schon ok;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  3. Tolles Bild und Danke für die Einstellungen 🙂 Ich finde es immer wieder wunscherschön, wenn Fotos von Mond vor meiner Nase auftauchen. Selbst tue ich mich damit aber noch schwer. Dennoch bin ich ganz froh, dass ich heute nacht geschlafen habe 🙂

  4. Was für ein tolles Foto! Ich habe heute Nacht allerdings den Schlaf vorgezogen. 😉 lg

  5. Ich lese solche Artikel auch super gerne 🙂 Wir haben hier ebenfalls eine 700D und im Moment mache ich damit noch nichts, weil ich die Kamera erstmal kennen lernen möchte. Was für ein Objektiv nutzt du denn für den Blog? Ich höre immer wieder: "Nimm ein Makroobjektiv" und dann wieder "Versuchs mit einer Makrolinse, das klappt auch". Daher bin ich mir aktuell sehr unsicher.

    Dein Mondbild finde ich übrigens sehr schön. Ich mag es, dass der Mond nicht 100% scharf ist. Das gibt dem Bild eine gewisse mystische Stimmung. Es sieht sehr viel mehr nach Blutmond aus als die ganzen gestochen scharfen Fotos, die im Netz kursieren 🙂

    • Du bist ja süß, danke! <3

      Wenn ich ehrlich sein soll, hab ich genau die Sprüche auch gehört und mir daraufhin ein verhältnismäßig teures Makro gekauft. Versteh mich nicht falsch, sowas ist eine super tolle Sache, aber für den Blog benutze ich es mittlerweile kaum noch (eher für Fotoausflüge in die Natur oder so). Mein liebstes Objektiv ist eigentlich eine 50mm Festbrennweite (Canon EF 50mm 1:1.8 II Objektiv) mit dem ich fast alle Bilder mache. Vorteil dabei ist, dass du für relativ kleines Geld ein lichtstarkes Objektiv bekommst, mit dem sich viel machen lässt. Es ist natürlich unflexibler als ein Zoom-Objektiv, hat dafür aber auch das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Ist halt alles Geschmacksache, aber ich liebe meine Festbrennweite. 🙂 Ich kann ja mal einen Post über meine gesamte Fotoausrüstung verfassen, vielleicht ist das ja eine Hilfe.

    • Das Objektiv klingt schon mal sehr gut 🙂 Es beruhigt mich ein wenig, dass nicht nur ich solche Sprüche höre. Einen Artikel über deine Fotoausrüstung würde ich sofort verschlingen. Hört sich gut an 😉 Denn eine solche Kamera ist höchst spannend und ich muss mich unbedingt noch mehr damit beschäftigen. Bis dahin fotografiere ich noch in meiner Wohlfühlzone mit meiner lieben Canon PowerShot SX700 HS.

  6. Ein wunderschönes Bild ist dir da gelungen. Auf die Ausrüstung bin ich jetzt auch neugierig geworden.
    Schönen Abend noch, Eva

  7. Ich fotografiere auch super gerne, habe aber bei Nachtfotografie so meine Probleme. Wie hast du fokussiert? hast du dich auf den AF verlassen oder das ganze manuell gemacht? Schöne Bilder übrigens, ich musste um die Uhrzeit zur Arbeit und hatte deswegen leider keine Möglichkeit den Mond zu fotografieren – habe ihn aber bei der Zugfahrt bestaunt 🙂
    Lieben Gruß,
    Vola

    • Ich habe ihn manuell fokussiert, so gut es im halbwachen Zustand ging. 😀 Die Automatik wollte irgendwie nicht, vermutlich weil es generell so dunkel war und das Objekt einfach zu klein.
      Da bist du aber auch schon früh unterwegs gewesen, wenn du ihn noch sehen konntest. Wow!
      Liebe Grüße zurück

      • Ohja. Die Müdigkeit war auch kaum im Zaum zu halten. 😀
        Wahnsinn manuell!? Dann ist dir das Foto echt ausgesprochen gut gelungen. Ich muss wohl einfach etwas üben. Dann halt erstmal mit einem „normalen“ Mond. (:

        • Ja, manuell ging echt gut. Ich habe es vorher so eingestellt, wie es für mich auf dem Display „scharf“ wirkte und dann mit Fernauslöser fotografiert (per Hand wäre es verwackelt). Wichtig ist bei sowas generell auch, dass die Kamera auf einem Stativ steht. Ich habe dann mit unterschiedlichen Einstellungen Bilder gemacht – nicht alle waren aber hitnerher auch scharf. 😀

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