{Food Friday} Zauberwürfel Fondant Kuchen

 

Mein Vorsatz für dieses Jahr war, dass ich gerne mehr backen wollte, aber nicht nur irgendwelche 0815-Kuchen, sondern sie sollten auch eine kleine Herausforderung für mich sein. Rezepte, die kreativ sind und bei denen ich selbst noch etwas lernen kann.
Für den Geburtstag meines Bruders hatte ich relativ schnell die Idee, dass es ein kleiner Nerd-Kuchen werden soll, und beim Stöbern durch’s Netz bin ich dann bei Cookies, Cupcakes & Cardio auf einen Zauberwürfel Kuchen gestoßen, den ich unbedingt nachbacken wollte. Der Kuchen ist nicht bloß mit bunten Fondant-Plättchen beklebt, sondern birgt eine coole Überraschung im Inneren, die sichtbar wird, sobald man ihn anschneidet. Damit habe ich beim Beschenkten und den Gästen für ziemlich große Augen gesorgt. :)Eine weitere Besonderheit beim Kuchen war aber auch, dass er komplett vegan sein musste. Dafür habe ich einfach das Rezept für veganen Marmorkuchen von Cake Invasion benutzt, allerdings ohne die dunklen Zutaten. Das Rezept für die Buttercreme stammt ebenfalls von ihr, jedoch musste sie für den Zauberwürfel noch schwarz eingefärbt werden. So einfach wie ich dachte, war die Sache leider nicht, denn ich hatte nicht bedacht, dass die Dame mit dem Originalrezept des Kuchens ihre schwarze Buttercreme fertig gekauft hat (jap, in den USA gibt es sowas). Die Buttercreme einzufärben hat mich echt einige Nerven gekostet, da sie partout nicht tiefschwarz werden wollte. Mit Lebensmittelfarbe wurde sie nur grau, mit Kohlepulver dunkelte sie etwas nach. Letzten Endes hat Backkakao zu einem guten Ergebnis geführt, auch wenn die Creme eher dunkelbraun als schwarz wurde. Schade, aber es war zu verschmerzen. Bevor ich aber überhaupt mit dem Kuchen angefangen habe, musste ich mich mit allerlei Material ausstatten. Ich habe euch alles, was ich an außergewöhnlichen Sachen gebraucht habe, in der Zutatenliste verlinkt.Wie ich die kleinen Küchlein (sie waren etwa 10 x 10 cm groß) genau gemacht habe, möchte ich euch heute ganz genau erklären. Es ist zwar eine sehr lange Anleitung geworden, aber ich hoffe, sie ist verständlich und hilft euch, solltet ihr so einen Kuchen selbst auch gern einmal backen wollen. Auch habe ich allerlei Erfahrungen mit einfließen lassen, die ich beim Backen gemacht habe (mit goldwerten Tipps). Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich auf euer Feedback! :)

 

 

Zutaten
(für 2 kleine, vegane Kuchen)
für den Kuchen
375 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
240 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
240 ml geschmacksneutrales Öl
240 g Pflanzenmilch (ich habe Soja genommen)
(3 EL Rum)
für die Buttercreme
1 Päckchen Puddingpulver Vanille (Dr. Oetker ist vegan und glutenfrei)
ca. 30 g Zucker
350 ml Pflanzenmilch (Soja)
250 g laktosefreie Margarine / vegane Butter, z.B. Sojola (auf Zimmertemperatur)
schwarze Lebensmittelfarbe
etwas Backkakao
(evtl. 1/2 TL Kohle-Pulvis aus der Apotheke)
für die bunten Plättchen
ca. 250 g weißer Fondant (ich nehme diesen von Satin Ice, da er vegan ist)
Lebensmittelfarben in rot, weiß, orange, gelb, blau, grün und schwarz (die besten Erfahrungen habe ich mit den Gelfarben von Wilton gemacht. Für den Kuchen habe ich dieses Set bestellt. Orange Farbe von Wilton hatte ich noch zuhause.)
etwas Puderzucker
Material
großes Backblech im Ofen
kleines Backblech (als Stütze für die Silikonform)
Silikonform mit mindestens 9 rechteckigen Formen (mehr sind besser) – ich habe diese benutzt
quadratische Ausstechform 25 mm (diese habe ich verwendet)
Frischhaltefolie
Teigschaber (klein) und Teigschaberkarte
drehbare Tortenplatte
kleiner Pinsel und Schüsselchen mit Wasser
Zahnstocher
(Pappe und Alufolie für die Platte)

 

Zubereitung
An sich ist der gesamte Kuchen nicht so schwer zu machen, er braucht nur viel Geduld und Zeit. Teilt euch die Arbeit am besten auf zwei Tage auf.

Zuerst wird der Kuchenteig hergestellt. Den Ofen auf 175°C Umluft vorheizen. Nun Mehl und Backpulver mischen und in eine Schüssel sieben. Salz, Zucker und Vanillezucker dazu geben und gut vermischen. Anschließend Öl, Pflanzenmilch und den Rum hinzufügen und alles glatt rühren. Dann habe ich den Teig gewogen (Gesamtgewicht – Gewicht der Schüssel) und mir 6 kleine Schälchen bereit gestellt. Auf diese Schälchen habe ich den Teig gleichmäßig verteilt (es waren jeweils ca. 150 g) und danach konnte das Einfärben beginnen: Passend zu den Farben des echten Zauberwürfels bekam jeder Teig eine entsprechende Farbe, also weiß, rot, gelb, orange, grün und blau. Einfach mit einem Zahnstocher ein bisschen (oder auch mehr) Gelfarbe aus den Pöttchen entnehmen und in den Teig rühren, bis er die gewünschte Farbe und Farbintensität hat. Danach mit Hilfe von zwei Löffeln die Mulden der Silikonform befüllen. Macht sie etwas mehr als 3/4 voll, durch das Backpulver wird der Kuchen noch aufgehen. Sind alle Mulden befüllt, wandert die Backform für ca. 25 – 25 Minuten in den Ofen (macht die Stäbchenprobe in den mittleren Mulden – bleibt kein Teig daran hängen, ist er fertig). Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen. Erst dann könnt ihr die kleinen Rechtecke aus ihrer Form befreien, ohne dass sie brechen.Tipp: Damit die Silikonform stabil steht und der Teig nicht beim Transport in den Ofen überschwappt, bzw. beim Herausholen später zerbricht, habe ich ein etwas kleineres Backblech gekauft, auf das ich die Form schon beim Befüllen mit Teig gestellt habe. Beides kam dann zusammen in den Ofen. Es ist einfacher, als mit einem großen Backblech zu hantieren.

Die Backzeit kann man wunderbar nutzen, um mit der Buttercreme zu beginnen. Das Puddingpulver zusammen mit dem Zucker und ca. 4 EL der Pflanzenmilch in einem Messbecher so gut es geht verrühren. Die restliche Milch in einem Topf aufkochen, vom Herd nehmen und dann das angerührte Puddingpulver mit einem Schneebesen unterrühren. Innerhalb kürzester Zeit sollte der Pudding dick werden. Dann einfach zum Erkalten beiseite stellen. Damit sich keine unerwünschte Haut bildet, unbedingt mit einem Stück Frischhaltefolie abdecken (direkt auf den Pudding legen).

Tipp: Das Abkühlen wird einige Stunden dauern, und die Zeit sollte unbedingt beim Herstellen des Kuchens bedacht werden. Ich habe den Kuchen, den Pudding und den eingefärbten Fondant einfach an einem Abend gemacht, sodass ich am nächsten Tag mit dem „Zusammenbauen“ des Würfelkuchens starten konnte.Das Einfärben des Fondants ist sehr einfach: Den Fondant nehmen und zu einer langen Wurst rollen. Mit einem Messer in 6 etwa gleich große Stücke schneiden und diese zu Kugeln rollen. 6 Stücke Frischhaltefolie zurecht schneiden und eine Fondantkugel darin einrollen – denn wir möchten ja auch weiße Plättchen haben und diese Kugel hat schon die richtige Farbe. Um die restlichen Kugeln einzufärben, geht ihr am besten folgendermaßen vor: Bestäubt eure Hände etwas mit Puderzucker, nehmt eine Kugel und rollt sie in den Händen zu einer kleinen Wurst. Mit Hilfe eines Zahnstochers wieder Farbe aus dem Töpfchen entnehmen und auf den Fondant streichen. Die Wurst zusammenklappen, wieder rollen, umklappen, rollen, umklappen. So lange, bis der Fondant gleichmäßig in der gewünschten Farbintensität eingefärbt ist und keine Marmorierung mehr hat. Am besten nach jeder Kugel die Hände waschen, damit ihr keine unerwünschten Farbflecken in die nächste Kugel knetet. Wer die Finger nicht so gern eingefärbt haben möchte, kann auch mit Einmalhandschuhen arbeiten, ich finde es mit bloßen Händen aber einfacher. (Die Farbe geht übrigens am besten mit Shampoo wieder aus der Haut – fragt mich nicht warum. ^^) Jede fertige Kugel in Folie wickeln und beiseite legen.
Um die Buttercreme fertigzustellen, die warme Butter schaumig schlagen (dauert einige Minuten) und dann den Pudding portionsweise unterheben. Dass alle Zutaten für die Buttercreme Zimmertemperatur besitzen ist sehr wichtig, denn sonst wird sie klumpig! Am Ende sollte eine homogene Masse entstanden sein. Um die Creme schwarz zu färben, gut einen Teelöffel (oder mehr) schwarze Lebensmittelfarbe unterrühren (sie wird dann gräulich) und um sie noch dunkler zu bekommen, löffelweise Backkakao dazu tun. Nach jedem Löffel gut rühren und abwarten, wie dunkel sie wird. Eventuell dann noch mehr Kakao nehmen (oder wer möchte, einfach etwas Kohle-Pulvis, dieses dunkelt mit der Zeit noch nach).
Leider nur Handy-Qualität – sorry!

Um das Grundgerüst / Innenleben des Kuchens zu bauen, befreit ihr zuerst die einzelnen Küchlein aus den Silikonmulden. Sie schauen dann natürlich nicht wirklich rechteckig aus, also müssen sie noch zugeschnitten werden. Die Oberseite ist durch das Backen kuppelförmig geworden und mit einem großen, scharfen Messers könnt ihr sie einfach abschneiden. Überlegt euch dann ein Muster, wie das Innere des Kuchens aussehen soll (legt die Kuchenteile eventuell schon entsprechend zurecht). Jeder Kuchen besteht aus insgesamt 3 x 3 Kuchenstücken. Ich habe mir als Vorlage ein Muster genommen, das ich vorher an einem echten Rubik’s Cube erstellt habe. Nun nehmt ihr das erste Kuchenstück, bestreicht eine Seite mit Hilfe der Winkelpalette mit Buttercreme und legt sie auf eine Unterlage (flacher Teller, Brett, o.Ä.). Nehmt das nächste Stück und verfahrt ebenso. Bevor die zweite Ebene dazu kommt, bestreicht ihr die erste Ebene mit einer Schicht Buttercreme. Dann wieder ein Stück mit Creme bestreichen, andrücken, usw. In diesem Video seht ihr sehr schön, wie es gemacht werden soll. Steht das Grundgerüst, dann drückt ihr den „Würfel“ in Form, sodass er insgesamt quadratisch ist. Nehmt euch dann wieder die Winkelpalette und streift damit überschüssige Buttercreme ab. Bevor die äußere Schicht Buttercreme auf den Kuchen kommt, sollte er für mindestens eine halbe Stunde ins Gefrierfach wandern, damit er hart wird und bei der weiteren Arbeit nichts verrutschen kann.

Während der Kuchen gefriert, ist genug Zeit, um die Fondant-Plättchen auszustechen. Bestäubt die Arbeitsplatte  (oder Backmatte) mit etwas Puderzucker und auch den Fondant-Ausrollstab. Nehmt eine Fondantkugel und rollt sie mit der niedrigsten Einstellung des Rollstabs ganz flach aus. Mit dem kleinsten quadratischen Ausstecher (25 mm) nun Plättchen ausstechen und auf flache Teller legen (aber so, dass sie weder überlappen noch über den Rand hinausragen). Pro Farbe benötigt ihr 15 Plättchen für beide Kuchen (insgesamt 90 Stück, 45 pro Kuchen).

Ist der Kuchen angefroren, sodass er sich nicht mehr verformt, kann mit der äußeren Schicht weitergemacht werden. Mit der Winkelpalette jede Seite des Fondants mit Buttercreme bestreichen und zum Schluss auch die Oberseite. Dann mit einem Teigschaber die Buttercreme auf allen Flächen glatt streichen und überschüssige Creme abnehmen. Das macht ihr solange, bis der Kuchen würfelförmig und ebenmäßig ausschaut. Am einfachsten geht dieser Schritt, wenn der Kuchen auf einem drehbaren Tortenteller steht. Nach der ersten Schicht den Kuchen wieder für eine halbe Stunde ins Gefrierfach stellen und danach eine zweite Außenschicht anbringen.

Um den Kuchen fertig zu stellen, fehlt nur noch das Anbringen der bunten Plättchen. Überlegt euch wieder ein Muster für euren Würfel (oder nehmt einen richtigen Zauberwürfel als Vorlage), nehmt dann ein Fondantplättchen, tunkt einen Pinsel in etwas Wasser und bestreicht die Unterseite des Plättchens leicht damit, bevor ihr es auf dem Kuchen anbringt. Das Wasser hilft, damit der Fondant an der gefrorenen Buttercreme haftet. Macht es so mit allen Plättchen, bis euer Kuchen fertig beklebt ist.

Wer möchte, kann sich für den Kuchen noch eine kleine Platte basteln. Hierfür einfach ein Stück Pappe quadratisch zurecht schneiden und mit Alufolie umwickeln. Diese auf der Unterseite mit Klebestreifen festkleben.

 

Tipp: Ihr solltet den fertigen Kuchen unbedingt noch einmal kalt stellen – entweder noch einmal kurz ins Gefrierfach oder mindestens bis zum Servieren in den Kühlschrank. Er sollte auch relativ zügig serviert werden, da über Nacht im Kühlschrank sonst die Buttercreme wieder weich wird und sich dadurch der Fondant auflöst. Das ist mir nämlich mit einem der beiden Kuchen passiert, wodurch ich am nächsten Morgen einen Kuchen ohne Seitenplättchen, dafür aber in einer bunten Pfütze entdeckt habe.

 

Tipp 2: Achtet beim Anschneiden darauf, dass ihr es an der richtigen Seite macht, denn sonst geht der Effekt mit den einzelnen Würfel-Teilen flöten. ^^ Ist euer Kuchen komplett quadratisch, markiert euch die Anschnittstelle irgendwie (merkt euch vielleicht ein Plättchenmuster, welches die richtige Stelle markiert). Ist euer Kuchen leicht rechteckig (so war es bei mir), schneidet ihr ihn an der kurzen Seite an.

 

So, das war jetzt die relativ lange Anleitung, aber ich wollte es euch so detailliert wie möglich schildern, inklusive meiner Erfahrung, die ich beim Backen gemacht habe. Übrigens schmeckt der Kuchen wirklich herrlich! Man schmeckt absolut keinen Unterschied zu einem „normalen“ Kuchen – er ist fluffig, saftig und richtig lecker. :)
Wie findet ihr mein buntes Werk? Habt ihr auch schon mal außergewöhnliche Kuchen gebacken?

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11 Kommentare

  1. Oha das sieht ja super toll und lecker aus!! Du bist ja echt kreativ, für ein solches Meisterwerk braucht man ein talentiertes Händchen =)
    Lg Nadine

  2. Ich habe deinen Kuchen schon auf Instagram bewundert, das sieht so klasse aus und der Effekt, wenn man ihn anschneidet ist super :)
    Ich mache auch gerne mal etwas aufwendigere Torten mit Fondant und mit außergewöhnlichen Formen, ich komme nur leider so selten dazu :/ Aber ist schon eine schöne Sache sich auf diese Weise kreativ aus zu toben :)
    Liebe Grüße

  3. Der sieht echt grandios aus! lg

  4. Der ist der Oberhammer! Wahnsinn!!! Zu Schade zum Essen – ein Glück dass man Fotos machen kann :)

  5. Ich habe das Foto neulich schon gesehen und war total begeistert. Richtig klasse geworden!

    Liebe Grüße,
    Liz

  6. Total klasse geworden. Ich glaube ich wäre zu faul dafür 😀

  7. Krass. Ich hatte ihn schon auf facebook bewundert. Total aufwändig, aber so toll!
    Viele Grüße, die Alex

  8. Schon beim Instagram Foto war ich echt beeindruckt davon. Bin es noch immer. So eine tolle Idee und könnte ich die ganze Zeit anstarren :)

  9. Ah ist das cool!! Richtig gut geworden.
    Grüße
    Annie todayis.de

  10. Das is ja mal ne lustige Idee!

  11. Eine tolle Idee! Das sieht richtig genial aus!

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