Schmetterling, flieg‘! – Ein Erlebnisprojekt

Erinnert ihr euch noch, dass wir bei unserer Hochzeit im vergangenen Jahr Schmetterlinge haben steigen lassen, ganz nach hawaiianischer Tradition? Als ich dann vor einiger Zeit von Wundermurmel hörte, dass es eine Aktion gibt, bei der man Schmetterlinge selbst züchten darf, wollte ich unbedingt mitmachen. Ich habe mich also beworben und hatte sogar Glück. 🙂

Heute möchte ich euch berichten, wie das Ganze abgelaufen ist. Ich hatte das Projekt bereits Anfang Juli gestartet, aber irgendwie bisher vergessen, euch davon zu erzählen.

Zu allererst kam das Paket an mit dem Aufzucht-Kit für die Schmetterlinge. Darin befand sich ein buntes Habitat für die Schmetterlinge (aus dünnem Netz, das sich aufspannen ließ), eine Anleitung und eine kleine Pipette zur späteren Fütterung der Schmetterlinge.

Kurz darauf habe ich die Schmetterlingsraupen bestellt, für die ein Gutschein dem Kit beilag. Bei der Bestellung muss man seinen gewünschten Sendetermin angeben, damit man auch wirklich zuhause ist, wenn sie kommen. Leider wird die ungefähre Lieferzeit nicht genannt und man bekommt auch nicht Bescheid, wenn sie abgeschickt werden. Es dauerte jedenfalls etwas über eine Woche, bis die Raupen bei mir mit einem speziellen Lieferdienst ankamen.

Die Raupen befanden sich in einem kleinen Plastikbecher inklusive passendem Nährboden (ich tippe auf ein Gemisch aus Hefe und Obst). Im Deckel waren kleine Luftlöcher und direkt darunter befand sich eine Art Gewebe, an dem sich später die Raupen zum Verpuppen aufhängen sollten. Leider habe ich vergessen, den Becher zu fotografieren. Aber er war nicht besonders spektakulär. 😉 Insgesamt habe ich 4 Raupen erhalten (später ließ sich dann noch ein Nachzügler finden).

Als sie da waren, hieß es ab jetzt also warten und bestaunen.

Klein, haarig und gefräßig
Die Raupen haben in den ersten Tagen eigentlich nichts gemacht, außer den Nährboden im Becher aufzuwühlen und umher zu krabbeln. Sie waren schon sehr spannend anzuschauen mit ihrem stacheligen Aussehen. Ich habe sie auf die Namen Erwin, Otto, Helga und Harald getauft. In den ersten Tagen sind sie auch enorm gewachsen und haben immer wieder geübt, sich vom Deckel des Bechers hängen zu lassen in Vorbereitung auf die spätere Verpuppung.

Huch, wer bist du denn?

Vier Tage später konnte ich meinen Augen kaum trauen: Eine winzige Raupe kroch zwischen den anderen umher. Sie muss deutlich später geschlüpft sein und war somit der fünfte Nachzügler. Sie bekam daher den Namen Klein Mü. ^^

 Kleines Püppchen, freches Püppchen

Am 11. Tag nach Erhalt der Raupen war es dann soweit und sie begannen sich zu Verpuppen. Kurz davor hatten sie bereits viele Fäden im Becher gesponnen – der gesamte Becher war voll davon. Danach ließen sie sich kopfüber von der Decke hängen und begannen mit dem Verpuppungsprozess. 

Eine der Raupen hatte sich wohl nicht gut genug unter dem Deckel befestigt und war abgestürzt. Um sie während der Metamorphose nicht zu stressen habe ich sie einfach dort liegen lassen.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Als alle Raupen verpuppt waren, habe ich sie in das Habitat aus dem Aufzucht-Kit gehangen, bzw. die abgestürzte Puppe auf ein Blatt am Boden gelegt. 
Faszinierend fand ich, dass die Kokons der Puppen nach einigen Tagen einen golden Glanz bekamen. Vor allem an den kleinen Zacken im Kokon kann man es erkennen.
Sie zappeln, sie zappeln!
Ein weitere Beobachtung, die ich ebenfalls sehr beeindruckend fand, habe ich in einem kleinen Video für euch festgehalten. 
Ich dachte eigentlich immer, dass die Kokons in sich komplett fest und steif seien. Dem ist aber nicht so, denn der obere Teil des Kokons ist sehr wohl beweglich. Wenn der Puppe etwas nicht passt (zum Beispiel wenn sie zu viel bewegt wird, oder es zu hell/warm ist), beginnt sie wie verrückt zu zappeln. Das ist mir aufgefallen, als ich sie in ihr Habitat umgesetzt habe. Der Umzug hat ihnen nicht so ganz gefallen und ich war ziemlich verwundert, was denn das so wild am Zucken ist. 😀
Schaut euch das Video an, es ist wirklich interessant!

Da sind sie ja!
Mittlerweile war der 18. Tag nach Erhalt der Raupen angebrochen. Ich hatte ja schon so etwas geahnt, als wir für meinen Geburtstag nach Strasbourg fuhren. Innerhalb von diesen 24 Stunden sind tatsächlich die ersten beiden Schmetterlinge geschlüpft und begrüßten mich bei meiner Heimkehr. Ein tolles Geburtstagsgeschenk!

Daraufhin habe ich das Habitat mit einigen Zweigen, Blättern und Hibiskusblüten ausgestattet, damit sich die kleinen Distelfalter auch richtig wohl fühlen – wie hätte es anders sein sollen. 😉

Damit sie auch gleich Nahrung hatten, habe ich kühlen Nektar mit der mitgelieferten Pipette auf einigen Hibiskusblättern verteilt (die kleinen Wassertropfen, die ihr erkennen könnt).

Innerhalb der nächsten zwei Tage sind dann auch die anderen beiden anderen Schmetterlinge geschlüpft. Natürlich immer während einer kurzen Zeitspanne, in der ich mal nicht hingeschaut habe. 😉

Schmetterlinge bekommen ihre Tage?!
Ungefähr am zweiten Tag nach dem Schlüpfen sah ich bei einigen Schmetterlingen, dass sie eine rötliche Flüssigkeit ausschieden. Ich habe mich zuerst schon erschreckt, da sich richtig dicke Tropfen am Netz bildeten. Aber es handelt sich hierbei nicht um Blut, sondern um Stoffwechselabfälle aus der Umwandlung von der Raupe zum Schmetterling.

Für die nächste Generation wurde bereits gesorgt…
Am dritten Tag nach dem Schlüpfen wurde ich morgens dann Zeuge folgender Szene:

Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen. 😉 Schmetterlingseier konnte ich bis zur Freilassung aber keine mehr finden.

Bye-bye, kleiner Schmetterling
Einen Tag später habe ich sie dann alle freigelassen, da ich sie nicht zu lange gefangen halten wollte. Erst ging es auf den Balkon, wo Urmel sie zum ersten Mal sah und ziemlich angetan war, wie man deutlich erkennen kann. 😀

Dann gab es noch ein kleines Fotoshooting zur Erinnerung. Sind sie nicht unglaublich schön?

Es hat sich sehr schwer gestaltet ein gutes Foto zu schießen, während der Distelfalter seine Flügel mal ausgebreitet hatte. Sie sind einfach viel zu schnell. Auf diesem erkennt man die volle Pracht seiner Flügel aber ganz gut.

Damit sie sich nicht am Netz verletzen, habe ich sie einzeln herausgeholt und dann fliegen lassen. Sie haben sich ganz leicht und weich auf den Fingern angefühlt, unglaublich toll.

In diesem kurzen Video von mir könnt ihr einen der Distelfalter ebenfalls bewundern. Er wollte fast nicht wegfliegen und hat sich sehr lange Zeit gelassen. 😀

Es war ein wirklich spannendes Projekt und ich habe einiges über Schmetterlinge erfahren, das ich so vorher noch überhaupt nicht wusste. Ich bin auch sehr stolz, dass wirklich alle Raupen zu Schmetterlingen wurden. Gerade für Kinder stelle ich mir so ein Projekt ganz toll vor um etwas über die Natur und ihre Vorgänge zu lernen.

Falls ihr gerne selbst auch einmal unter die Schmetterlingszüchter gehen wollt, so könnt ihr das Set für um die 12 € bei → Amazon** kaufen. 🙂

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34 Kommentare

  1. Oh wie toll 🙂 Das erinnert mich an meine Grundschulzeit, da hatten wir auch mal Schmetterlinge bzw. Raupen zu solchen aufgezogen, war sehr cool. Eine wirklich schöne Idee – und ein echt toller Beitrag noch dazu 🙂

  2. Ich durfte dieses wunderbare Projekt auch machen! 🙂 .. Es war wirklich sehr interessant.
    Wirklich schöner Blog,
    Weiter so!

    Liebste Grüße,
    Madeline

    http://www.madelines-statement.de

  3. oh wow! Wie wundervoll!!! Super schöne Videos!

  4. wow. ich bin begeistert. ich fand dieses jahr gab es mehr schmetterlinge als sonst.
    ich find die idee toll. ich meine bei twitter hast du das kit mal mit nem amazonlink gezeigt. ziemlich teuer soweit ich weiß, aber eine tolle sache sowas mal mitzuerleben

  5. Wow, das sieht echt klasse aus! Jetzt will ich das auch machen 😉

  6. Wie schön! Ich liebe Schmetterlinge! Früher als Kind habe ich immer Raupen im Garten gesammelt, in ein großes Glas getan und dann auch diesen ganzen Prozess beobachtet (genauer weiß ich es leider nicht mehr). Die Idee mit den Schmetterlingen bei der Hochzeit sollte ich mir vielleicht schon mal vormerken. 🙂 lg Lena

  7. wow, wirklich ein tolles Projekt *.*
    und tolle Bilder, die du trotz zappelnder Modelle geschossen hast 🙂
    ich wusste bisher auch noch gar nicht, dass diese Kokons so weich sind, hatte mich schon etwas erschrocken bei deinem Video 😀

  8. Wahnsinn. Ich war gerade ganz fasziniert. Sowas finde ich spannend.
    Haben damals im Bio-LK auch mal Raupen zur Aufzucht bekommen. Die haben MENGEN gefressen, sag ich dir…^^ und sind innerhalb von wenigen Tagen so dick wie zwei Finger geworden und am Ende Falter in Handgröße. Leider bin ich dann in den Ferien in Urlaub gefahren und musste sie anderweitig unterbringen. Den ganzen spannenden Prozess habe ich dann nicht mitbekommen 🙁

  9. Das ist ja mal was tolles! Ich habe mit meiner Schwester früher immer die Raupen vom Kohl gesammelt und wir wollten auch wissen was dabei rauskommt. Meine Mama war weniger erfreut über unsere Schmetterlingsaufzucht, da die ja ihren Kohl gemampft haben, aber wir Kinder fanden das sehr spannend! Ich finde das ein tolles Projekt und wie die zappeln ist sehr interessant =)

  10. Wirklich ein interessantes Projekt (:

  11. Boah, krass. Wie niedlich…

  12. Toll! Ich bin total angetan und freue mich richtig für dich mit das dass alles so geklappt hat!
    Ist wirklich sehr spannend das beim lesen so mitzuerleben *__*

    LG

  13. Ein wirklich interessanter Beitrag mit tollen Videos und Fotos.

  14. Woah! Wie toll ist das denn? Hatte auf IG schon ein paar Fotos gesehn und war da schon ganz angetan! Einfach klasse! Wunderschöne Tierchen 🙂

  15. Wie schön! 🙂

    Ich hatte als Kind manchmal Raupen aus Omas Garten, die haben sich auch verpuppt, wurden dann aber nur hässliche Motten. 😀

    Jetzt finde ich manchmal noch Raupen in den Küchenkräutern, die werden aber wieder ins Freie gebracht. Sonst kacken sie mir das ganze Fensterbrett voll. 😀

  16. Wow, was für ein schönes Projekt und was ein toller Bericht! Total spannend und rührend 🙂

  17. Ich finde deinen Bericht toll. Der Sache stehe ich aber generell etwas skeptisch gegenbüber, denn vor einiger Zeit habe ich einen Bericht gelesen wo es ebenfalls um das Thema ging. Leider wurde dort aber von dem Missbrauch der Schmetterlinge erzählt. z.B. Das Kinder nicht unbedingt mit der nötigen Vorsicht ran gehen oder die Kokons ständig anfassen und stubsen. Oder gar die Schmetterlinge einfach im Netz lassen 🙁 Das fand ich etwas traurig.

    • Ich kann deine Bedenken verstehen, aber ich denke, so ein Projekt sollte man als Elternteil sowieso zusammen mit den Kindern machen. Gerade auch, um ihnen die verschiedenen Prozesse zu erklären und um ein Auge darauf zu haben. Und es ist ein erster Schritt um Respekt vor anderen Lebewesen zu lernen.

  18. wow, ein toller bericht zu einer tollen sache! danke!
    ich finde es klasse, kann aber auch die bedenken zb von tink verstehen.
    trotzdem würde ich es kindern die ich kenne und weiß dass sie vernünftig sind schenken, zur einschulung oder so ist das ja genial.

  19. Das ist ja eine tolle Idee! Ich bin total fasziniert von dem zappelnden Kokon und den schönen Bildern der Schmetterlinge.
    Klein Mü heißt der Nachzügler? Bist du etwa ein Mumin-Fan?! <3
    Alles Liebe!

  20. Wow. Ich wusste gar nicht, dass man das machen kann. Das ist ja ein toller Bericht. Das kaufe ich definitiv mal für mein Kind/Kinder. Finde ich super zum Auseinandersetzen und Lernen.

  21. Mal was ganz anderes und super spannend zu lesen. Hab wirklich jede deiner Zeilen aufgesogen 😛 und deine Videos sehen ja wahnsinnig gut aus.

  22. Wow, das war super spannend zu lesen. Ich habe mir tatsächlich richtig Zeit genommen und den Post ausgiebig studiert. Ein richtig interessantes Projekt. Ich habe viel erfahren, was ich auch noch nicht über Schmetterlinge wusste. Total spitze. Danke für diesen Post.

  23. Ein ganz toller Bericht, du schreibst sehr schön und man kriegt das Gefuehl es quasi mitzuerleben.
    Haben sich deine Katzen denn nicht dafuer interessiert, was da in dem Netz ist? Meine wuerden da wahnsinnig werden, wenn sich immer was bewegt da drin.

    • Sie standen die ganze Zeit in einem Zimmer, in das die Katzen nicht rein dürfen. Meine wären sonst auch total gaga geworden und das hätten die armen Schmetterlinge nicht überlebt.

  24. Ein schöner Bericht! Ich hab im letzten Jahr auch Schmetterlinge aufgezogen, allerdings ohne ein extra Kit. Eine Freundin hatte für ein Bio Seminar Raupen gesammelt und mir welche mitgebracht, die haben dann in einem Glas voll Brennesseln gewohnt und fast alles weggefressen, bis sie sich verpuppt haben. Fand es auch sehr interessant, war allerdings genau wie du immer gerade dann nicht im Zimmer, wenn einer geschlüpft ist 🙁

  25. Danke für den tollen ausführlichen Bericht. Das Projekt finde ich unglaublich spannend. Vielleicht kann ich das im nächsten Jahr mal im Hort mit den Kindern machen.

  26. Super toller Post!
    Vor ca. 2 Wochen fand ich in meiner Basilikumpflanze eine kleine grüne Raupe. Ich setzte sie samt Nahrung in ein 'Aufzuchtgefäß', weil ich neugierig war, was passieren würde. Nach 3 Tagen verpuppte sich die Raupe, gestern schlüpfte dann ein kleiner Nachtfalter und begann bei Dunkelheit ordentlich Radau in seinem Zuhause zu machen. Ich entließ ihn dann in die Freiheit.
    Diese Entwicklung von der Raupe zum Schmetterling fand ich wahnsinnig interessant und spannend! ♥
    Liebe Grüße 🙂

  27. Wow, was für ein toller Bericht und was für eine super tolle Idee!
    Das würde ich jetzt auch total gerne mal machen 🙂

  28. Ein wirklich toller Beitrag und ein ganz tolles Projekt! Schön, dass deine Schmetterlingskinder auch direkt für Nachwuchs gesorgt haben. 😉
    Ich finde heutzutage fliegen viel zu wenig Schmetterlinge rum. Wenn ich da an meine Kindheit und die Wiese im Park denke, die war immer übersät mit Schmetterlingen und nun kann man froh sein, wenn man im ganzen Sommer 10 Schmetterlinge gesehen hat.

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